Warum ich gegen die GroKo bin

Das wunderschöne Wortgebilde „GroKo“ könnte das Unwort des Jahres stellen. „Fake News“ hat das Rennen gemacht. Was sicherlich auch eine Gute Beschreibung unserer Realität ist. Allerdings gibt es „Fake News“ sicherlich nicht nur in den USA.

Am Sonntag tobt also ein Parteitag der SPD, auf dem es darum gehen soll, ob die SPD nun in Koalitionsverhandlungen mit der CDU eintreten soll oder nicht.

Die SPD macht ein Bild, das zerrissener nicht sein könnte. Der (berechtigte) Absturz in den aktuellen Meinungsumfragen macht die Sache nicht einfacher. Nun ist die SPD schon bei 18 Prozent gelandet und es geht weiter abwärts.

Aber ich möchte gar nicht in Schadenfreude verfallen, was die SPD angeht. Man könnte viel schreiben über den Umfaller Martin Schulz, der sich von der eigenen Basis treiben lässt und so immer mehr zur Witzfigur wird.

Was mich an einer Großen Koalition schreckt sind eher weitere Jahre des Stillstandes. Die Regierungsjahre von Frau Merkel sind vor allem durch Stillstand und der Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, gekennzeichnet. Nette Bilder für die Fernsehgemeinde sind eben etwas anderes als Fakten.

Gerade in Sachen Klimaschutz kann sich Deutschland keine weiteren 4 Jahre „Weiter so“ erlauben. Ebenso in der Frage „Zuwanderungspolitik“.

Noch einmal: Weitere Jahre der Grossen Koalition sind weitere Jahre des Stillstandes und der Sozialdemokratischen Farblosigkeit. Aus der nächsten Grossen Koalition wird die SPD vermutlich einstellig herauskommen. Was ich nicht bedauern würde, wenn ich die Alternativen erkennen könnte.

Egal, wie der Sonntag ausgeht: Er wird ein Bild der Zerrissenheit einer ehemaligen Volkspartei liefern. Und er wird den Populisten der AfD nützen, die schon jetzt vor Schadenfreude über das Versagen der „Volksparteien“ platzen. Ein „Weiter so“ würde diese Schadenfreude in (noch mehr) Stimmen für die Rattenfänger verwandeln. Da scheint mir eine Neuwahl eher eine Chance als ein Risiko zu sein.

Wie auch immer: Der Sonntag wird ein Einschnitt in der Geschichte der SPD sein. Entweder es wird ein Parteitag der Geschlossenheit (was unwahrscheinlich ist) oder es wird der Anfang vom Ende einer ehemaligen Volkspartei sein.

Unsinnige Staudämme

Manchmal kann ich mich über die Gläubigkeit an technische Lösungen nur wundern. Glaubt wirklich jemand, die Fluten der Zukunft alleine durch Staudämme in den Griff zu bekommen ? Wäre es keine bessere Idee, die Ursachen der Fluten zu bekämpfen ? Zum Beispiel den Klimawandel, den viel zu hohen CO 2 Ausstoss unserer Mobilität, unseren Flugverkehr, der immer mehr zunimmt, immer günstiger wird,  und damit auch immer mehr Treibhausgase produziert ? Unseren wahnwitzigen Ernährungsstil, unsere Lebensweise an sich, die viel zu oft nicht durchdacht ist ?

Wäre es, ganz kurzfristig, keine besser Idee, Beton zurückzubauen, anstatt neuen Beton zu verbauen ?

Das Problem an der Sache ist, das wir einfach glauben wollen, „die Technik“ wird unsere Probleme schon lösen. Das ist bequem – und unsinnig. Den Preis unseres „Immer weiter so“ werden die zukünftigen Generationen bezahlen.

Schöne Aussichten.

Oder ?

Vollständige Nachrichten

Es gibt Massenmedien, von denen darf man nichts erwarten. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Zum Beispiel den Deutschlandfunk. Bisher war mir der Deutschlandfunk dadurch bekannt, möglichst objektiven Journalismus zu betreiben. Und der Deutschlandfunk war mir bisher dadurch bekannt, vollständig zu berichten.

Bei einer Nachricht von heute war das anders. Israel baut also 1.100 Wohnungen „für Siedler“. Und das auch noch “ im besetzten Westjordanland“. Quelle der Nachricht ist die linksextreme israelische Organisation Peace Now, die keine Gelegenheit auslässt, den Staat Israel im allgemeinen und die Siedler im besonderen zu diffamieren. Israel ist eben eine Demokratie mit Meinungsfreiheit und das wird (auch) von den Peace Now Extremisten ausgenützt.

Es wäre hilfreich gewesen, wenn der Hintergrund der Nachricht ebenfalls publiziert worden wäre. Das ist nämlich der bestialische Mord an Rabbiner Raziel Shevah, der durch die Kugeln der palästinensischen Extremisten, in der Nähe von Havad Gilad ermordet worden ist. Angesichts dieser Tat ist die israelischen Reaktion, der Bau von 1.100 Wohnungen richtig und angemessen.

Leider ist vom Mord an Rabbiner Raziel Shevah in der besagten Meldung des Deutschlandfunkes nicht die Rede. Das wäre doch zu viel Hintergrund.

Warum übrigens liegt die jüdische Siedlung, in unserer Meldung, auf dem Berg ? Nun, man will rechtzeitig informiert sein, wenn die palästinensischen Mörder kommen, um gemeinsam Tee zu trinken und sich ans Händchen zu nehmen, um bei Friedensliedern zu tanzen. Die Gräber für die Menschen der Siedlung „oben“ sind, in der Siedlung „unten“ sicherlich schon ausgehoben. Falls es dann noch Gräber braucht.

 

Watte, Watte, Watte

Es gibt Tage, da läuft man wie auf Watte. Und auch der Kopf ist eine Sammlung aus Watte. Irgendwie ist alles wattiges Irgendwas.

Das Wattige spürt man zum Beispiel, wenn man versucht, ein paar Treppenstufen herunterzukommen. Wenn man kein Gefühl mehr für den Boden (wo ist der eigentlich ?) hat, wird selbst Laufen zur Mutprobe. Dann geht man ein Schrittchen vor dem anderen. Und je vorsichtiger man tappt, desto grösser ist die Gefahr, zu stürzen.

Nicht die Schmerzen schmerzen mich bei der Depression. Das ist auch doof. Aber so ein Gefühl von „Was-nicht-genau“ und „Watte im Kopf und sonst wo“ finde ich viel schwieriger. Das ist nicht definierbar. Das ist nicht beschreibbar. Das entzieht sich irgendwie der Logik. Und es ist diesmal nicht selbst herbeigeführt.

Manchmal schlucke ich zu viele Tabletten. Einfach, um endlich weg zu sein. Weg zu sein von der Scheisse. Ein wenig Schlafen. Am besten nicht mehr aufwachen. Auch vor dem Schlafen, und manchmal schon beim Aufpassen, ist der alte Zustand wieder da. Nichts hat sich geändert. Vielleicht doch ein paar Tabletten zu wenig ? So geht das manchmal ziemlich lange. Irgendwie haben die Tage gar kein Leben mehr. Alles ist verschwunden hinter der dunklen Wand. Und Frau Katze ist wieder da. Die Katze ist schwarz.

Ich weiss, das hört sich alles doof an. Ist es irgendwie auch. Aber es gibt kein Leben mehr. Alles ist zerbrochen und hinter einer schwarzen Wand. Es gibt keine Gefühle mehr. Alles ist zerbrochen und hinter einer schwarzen Wand. Gab es eigentlich ein (anderes) Leben vor der Depression ? Gab es eigentlich einmal Gefühle ? Wie war das eigentlich ?

Egal. Weg sein. Bitte.