Der innere Kritiker im Kopf

„Du kannst nichts. Alles, was Du machst, ist schlecht. Alles könnte viel besser gemacht sein. So ein Fehler konnte nur Dir passieren.“

Mit anderen Worten: Der innere Kritiker im Kopf.

Dieser Kritiker begleitet mich schon unglaublich lange. Eigentlich begleitet er mich schon seit der Schulzeit. Und vermutlich noch früher.

Für meine Eltern, nein, vor allem meine Mutter, war ich das Wunschkind. Einzelkind. Alle Hoffnungen ruhten auf mir. Alles sollte besser werden.

Körperlich ist auch alles besser geworden. Ich war immer gesund und munter. Nur etwas zurückgezogen. Hatte kein Interesse für andere Kinder. War immer Mutter-fixiert.

Meine Mutter hatte kein besonders einfaches Leben. Geboren in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Eine Mutter, die selbst depressiv war. Ein Vater, der viel geschlagen hat. Vor allem, wenn es um den Besuch von Gottesdiensten ging. Dem Anschein nach eine glückliche Familie. Nur war der Schein verlogen.

Und meine Eltern ? Ein Vater, der praktisch unerreichbar war. Er war kalt, leistungsorientiert. Er hat sehr gut für uns gesorgt. Nur hätte ich mir einen Vater gewünscht, der für mich erreichbarer gewesen wäre. Ein Leben hinter dem Streben nach Geld. Das gab es nicht. Da war eine Brücke aus Leere, die nicht zu überwinden war. Wie soll Leere überwunden werden ?

Meine Mutter versuchte das auszugleichen. Da war auch viel versuchte Motivation zur Leistung. Ich sollte das nachholen, was meine Mutter nie hatte, nie erreichen konnte. Irgendwann war dann wirklich ein Leistungsdruck in mir aufgebaut, dem ich irgendwann nicht mehr gewachsen war.

(Nein, es geht nicht um Schuldzuweisungen. Es ist mein Leben. Und niemand ausser mir selbst ist für dieses Leben verantwortlich.)

  • Ich kann nicht mehr weiterschreiben. Fortsetzung folgt.

Und es geht doch …

Früher war ich emsiger Käufer bei Versandhändler. Amazon, eBay, Versandapotheken. Und dieses Hobby habe ich mit vielen Menschen in Deutschland geteilt. Und ich habe immer wieder Pakete zurückgeschickt. Weil mir das Kleidungsstück nicht gefallen hat. Weil der Artikel nicht kompatibel war. Weil mir die Grösse des Gerätes nicht gepasst hat. Es gibt zum Rücksendeverhalten von Onlinekäufer*innen eine interessante Studie (es wird mehrere Studien gaben, aber diese hier scheint mir besonders Gut/genau zu sein). Was mit Retouren Ware passiert, wissen wir alle. Zum Teil werden diese Retouren schlicht und ergreifend vernichtet. Und auch mit der Rücksendung selbst verwässert sich die eigentlich nicht schlichte Umweltbilanz des Online Handels.

Wie gesagt: Ich war Teil dieses Kreislaufes. Bis ich mich fragte, ob ich nicht zu sorglos und gedankenlos im Online Handel klickte und damit kaufte. Amazon bietet den Vorteil, eine Chronik aller jemals getätigten Käufer anzubieten. Da sind auch die Retouren erfasst. Als ich mich durchklickte war ich erstaunt über mein eigenes Kaufverhalten. Brauchte ich das wirklich alles ?

Seit über 2 Monaten habe ich nun nichts mehr im Online Handel gekauft. Und ich vermisse nichts, Ganz im Gegenteil fange ich an, überlegter zu kaufen und nicht instinktiv schnell zu klicken. Das klicken selbst kann übrigens pathologisch werden.

Was ich entdecke, sind ganz reale kleine Geschäfte. Nicht unbedingt in meiner kleinen Stadt. Was über Lebensmittel hinausgeht, ist manchmal schwierig zu besorgen. Aber wenn man vorher etwas im Internet sucht, finden sich auch kleine Geschäfte für konkrete Dinge (nicht nur des alltäglichen Bedarfes).

Und mit dem realen Geld in der Tasche lässt sich mancher Kauf auch verschieben oder verkleinern oder auch nicht tätigen.

Nicht zuletzt übrigens gibt es Menschen, für die Paketdienste ganz konkret auf die Knochen geht. Und das zu einem „Lohn“ der mehr als peinlich ist. Er ist ein Verbrechen. Diese Dokumentation der ZEIT berichtet über Zustände, dich ich nie für möglich gehalten hätte. In welchem Land lebe ich eigentlich ?

Nein, es muss auch anders gehen. Ich werde mich bemühen, so wenig wie möglich Online zu bestellen. Ganz ohne wird es vermutlich nicht gegen. Aber mit mehr Gedanken, auch über den Tellerrand hinaus, ist Klicken vernünftiger.

Ewiggestrige und Hoffnung

Ich könnte aus dem Bürostuhl springen. Da wird die Jugend nicht dafür beglückwünscht, das sie sich politisch engagiert. Ich würde mir mehr von diesen Jugendlichen wünschen, die das Grundrecht auf demokratische Einmischung leben.Wenn Ewiggestrige wie ein Herr Rupprecht sich Gedanken darüber machen, das die Menschen durch solche Aktionen „eine politische Radikalisierung von Jugendlichen“, könnte ich KOTZEN !!!!! Wenn jemand die Jugendlichen radikalisiert hat, sind es die Herren von RWE und deren Schergen der CDU/SPD Aktionäre. Das der Präsident des Deutschen Duckmäuser Verbandes (eh, ich meine Lehrerverbandes), eine Verschiebung der Demonstrationen auf die Nachmittage oder Wochenenden fordert, lässt tief blicken. Warum freuen sich die Lehrer*innen nicht darüber, das junge Menschen zur Demokratie erzogen worden sind ? Das haben natürlich nicht Lehrer geschafft, sondern Greta Thunberg, eine Schülerin aus Schweden. Greta ist übrigens gerade Opfer des konservativen Onlinemobs geworden. Warum ? Weil sie Recht hat und weil sie sichtbar ist. Und weil sie eine junge Frau ist. Gehören die nicht hinter den Herd ? Vielleicht gefällt das den Herren Rupprecht und Meidinger. Endlich Leute, die sich für gute alte Werte einsetzen. Das Problem ist nur: Es gibt immer mehr Menschen, die auf diese Werte scheissen. Und das ist verdammt gut so. Greta wird weitermachen und die Proteste werden weitergehen. Wir sind die letzte Generation, die den menschen gemachten Klimawandel noch begrenzen können. Was werden wir unseren Kindern sagen, wenn diese uns fragen, was wir uns dabei gedacht haben, deren Umwelt und damit deren Leben zu zerstören.

 

Die Bahn kommt – oder ?

Ich fahre viel und gerne mit der Deutschen Bahn. Es gibt immer viel zu sehen und ausserdem schont Bahnfahren das Klima. Ehrlich gesagt ist letzeres der Hauptgrund meiner Fahrten mit der Bahn.

Manchmal allerdings treibt selbst mich die Bahn zur Verzweiflung. Da kommt meistens ein Zug, wenn auch verspätet. Daran habe ich mich längst gewöhnt. Was allerdings nervt, sind Systemausfälle und lange Wartezeiten während der Fahrt.

Das hat, bei meiner letzten Fahrt nach Berlin, zwei Stunden gedauert. Insgesamt. Gut, mein Termin war erst am nächsten Tag. Aber ich hätte mir noch einen schönen Nachmittagsspaziergang in Berlin gewünscht. Als ich ankam, war alles dunkel.

Da erscheint ein Lokführer nicht (die sind ohnehin Mangelware und das liegt nicht nur am hohen Krankenstand – woher kommt der eigentlich ?). Da ist eine gestörte Weiche oder Oberleitung (und das jeden Tag) oder es fehlen Abteile, was zur Folge hat, das die übrigen Abteile überbelegt sind und Platzreservierungen dann nicht mehr genutzt werden können). Ok, man bekommt einen Teil des Fahrpreises erstattet. Aber eine angenehme Bahnfahrt, ohne solche Zwischenfälle, wäre mir schon lieber.

Dann gibt es da Warteschlangen an Toiletten, weil ja nun einige fehlen oder weil Toiletten verstopft oder sonstwie beschädigt sind.

Oder Menschen müssen im Gang sitzen, weil es keine Sitzplätze mehr gibt. Was dazu führt, das der Zug nicht abfahren kann, weil die Sicherheit nicht gegeben ist. Die Gänge müssen frei sein.

Eine Sache aber erscheint mir eine Fabel zu sein: Angeblich sollen Bahnbedienstete unfreundlich sein. Mir ist noch kein unfreundlicher Schaffner oder sonstiger Mitarbeiter der Bahn begegnet. Bei allen Widrigkeiten versuchen diese Menschen ihre Arbeit so gut wie möglich zu erledigen. Und sicherlich sind auch Bahnmitarbeiter unglücklich über die Missstände. Aber, wie gesagt, unfreundliche Bedienstete sind mir bei der Bahn noch nicht begegnet. Schon gar nicht im Fernverkehr.

Vielleicht ist auch die Frage, wie man selbst mit Menschen umgeht, ein Teil des Problems. Wenn ich einen Menschen anschnauze oder gar bedrohe, sollte man sich nicht über „unfreundliche“ Reaktionen wundern. (Ausserdem habe ich gelernt, das sich „so etwas“ nicht gehört).

Und ausserdem habe ich Verständnis für Menschen, die auch mal einen schlechten Tag haben dürfen. Dieses Recht haben auch „Bahner“.

Was beim Bahnfahren immer spannend ist, sind die Gespräche mit Mitreisenden. Ich lerne da immer eine ganze Menge. Und ich bin erstaunt, das Mitfahrende auch die Probleme bei der Pünktlichkeit (und andere Probleme) sehr gelassen nahmen. Gut, es gibt auch Ausnahmen. Aber mir scheinen die Gelassenen in der Mehrheit zu sein. Und wenn es gerade keine spannenden Gespräche gibt, lässt sich gut schlafen oder lesen.)

Im ICE gibt es übrigens Ruheabteile. Die sind nicht immer ruhig, aber oft. Die Idee ist jedenfalls klasse. Ich würde mir solche Abteile auch im EC/IC wünschen.

(Autofahren ist auch zeitraubend. Wenn ich die Staus sehe. Autofahrer kommen auch selten pünktlich ans Ziel und sind dann auch noch müde und unkonzentriert. Und leider auch oft Agressiv. Leider verstehen nicht viele Autofahrer, das sie Teil des Staus sind.)

Es gibt auch spannende Bahnstrecken. Die von München nach Berlin zum Beispiel. Die muss ich, im nächsten Jahr, unbedingt testen.

Und ich freue mich, noch vor Weihnachten, auf meine Fahrt in die Bayrische Kloster Provinz. Ein paar Stunden ICE (nach München) ist auch dabei. Danach geht es mit der Bummelbahn durch die bayrischen Dörfer. Und das alles entspannt.

Nein, trotz allen Hindernissen werde ich weiterhin freudig Bahn fahren. Klar bin ich auch manchmal etwas genervt. Auch das verfliegt schnell wieder. Und nach der Ankunft ist alles wieder gut.

Bis zum nächsten Mal …

Hambacher Forst. Immer noch.

Irgendwie vergeht die Zeit zu schnell. Es passiert so viel, das ich kaum mit dem Schreiben nachkomme. Zur Zeit twittere ich viel.

Am meisten beschäftigt mich weiterhin der Hambacher Forst. Der Wahnsinn einer Räumung eines alten Waldes. RWE ist der Klimaschutz ohnehin egal.  Da wird sich nichts ändern.

Doch Tausende Menschen leisten Widerstand. Sie sind im Wald und zeigen dadurch ihre Meinung. Ich habe die Hoffnung, das eine neue Generation politisiert wird. Aber es sind auch ältere Menschen im Wald. Für viele ist es die erste Demonstration in ihrem Leben. Ja, ich bin stolz auf diese Menschen. Auf jede und jeden Einzelnen.

Die Lügen der Landesregierung sind schon mehr als Parteinahme für RWE. Das werden die Bürgerinnen und Bürger nicht tolerieren. Die nächste Wahl kommt bestimmt.

Bis dahin heisst es: Solidarität zeigen.

Der Hambacher Forst bleibt.

Punkt.

 

Der blinde Glaube in die Technik und die Generationen Gerechtigkeit

Es ist schon erstaunlich. Trotz Rekord Hitze, nun auch in Deutschland, trotz anhaltender Dürre, nun auch in Deutschland, gibt es noch immer Menschen, die den Klimawandel ins Reich der Illusionen verweisen.

Was muss eigentlich noch passieren, damit auch der Letzte versteht, ok: die Mehrheit versteht, das der Klimawandel nicht kommt, sondern dass wir mitten im Klimawandel stecken. Nun wird das auch in Deutschland sichtbar.

Und das hilft kein Geld. Und da hilft keine Technik. Noch kann Regen nicht vom Himmel geschossen werden. Geo-Engineering ist einfach nur ein weiteres Kapitel in der Technik Gläubigkeit, die Probleme nicht löst, sondern, in immer neuen Märchen, verhindert, das es Verhaltensänderungen gibt. Die Technik wird es schon richten !?

Unsere Kinder werden sich Fragen, wie wir nur so verantwortungslos sein konnten. Wir leben längt auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Wir verbrauchen die Rohstoffe unseres Planeten immer schneller. Auch der grenzänger ist Teil des Problems. Keine Frage.

Nein, nicht Technik, sondern Verhaltensänderungen sind gefragt.

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, das viele Menschen, auch in meinem Freundeskreis ,kein eigenes Auto mehr besitzen. Weil es überflüssig ist.

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, wie viele Menschen sind dem Wahnsinn immer neuer Produktreihen, die immer weniger neue Funktionen bringen, entziehen.

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, wie viele Menschen sich unserem Wachstumswahn entziehen. Indem sie bewusst leben und weniger konsumieren.

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, wie viele Menschen sich von der konventionellen Stromerzeugung verabschieden und einen grünen Stromanbieter bevorzugen.

(Ich bekomme meinen Strom von Lichtblick. Und habe keinerlei Probleme erfahren. )

Verhaltensänderungen wirken demokratisierend. Wenn Menschen beschliessen, wieder mehr Zeit in der Nachbarschaft, als vor dem Bildschirm, zu verbringen, ist viel gewonnen.

Und es werden immer mehr.

Unser wunderbarer Planet ist gefährdet. Nein, das ist falsch. Unser wunderbarer Planet lebt sehr gut ohne uns Menschen. Vielleicht sogar besser.

Aber: Ist es das, was wir erreichen wollen ?

Eine Rolle rückwärts

Wer hätte das gedacht ? 2011 wurde die Allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und nun, sieben Jahre später, soll die Allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt werden.

Was hat sich eigentlich in diesen sieben Jahren geändert ? Ist es sinnvoller geworden, eine Berufsarmee von Frauen und Männern zu haben, weil die Welt unsicherer geworden ist ? Was hilft eine Berufsarmee gegen Terroristen, gar gegen Naturkatastrophen ?

Den islamistischen Terror, in dieser Härte gegen Europa gerichtet, gab es auch schon vor 2011. Was hat die damalige Berufsarmee im Kampf gegen den Terror erreicht ? Wo sind durch eine solche Armee Menschen gerettet worden ?

Und ist es wirklich so, das die Allgemeine Wehrpflicht (vs. Zivildienst) die Gesellschaft wieder zusammengeführt hat ? Oder sind die Gräben nicht tiefer geworden ?

Wenn ich Berichte von Menschen lese, die ihren Wehrdienst absolviert haben, höre, dann ist das viel von Langeweile, Sinnlosigkeit, Alkohol, die Rede. Und von Ausbildern, die selbst nicht an das glaubten, was sie an die jungen Männer bringen sollten. Dementsprechend frustrierend war die Situation.

Und der Zivildienst ? Da klingen die Berichte oft positiver. Da haben Menschen wohl etwas für das zukünftige Leben gelernt. Und auch eine Berufung gefunden, die zum Beruf wurde. Im besten Falle.

Aber: Es ist auch verlorene Zeit, in der Menschen ihre Ausbildung beginnen, ins Berufsleben einsteigen. Diese Zeit fehlt Menschen und Unternehmen bei einer Allgemeinen Wehrpflicht.

Sind Zwangsdienste nicht ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert ?