Der blinde Glaube in die Technik und die Generationen Gerechtigkeit

Es ist schon erstaunlich. Trotz Rekord Hitze, nun auch in Deutschland, trotz anhaltender Dürre, nun auch in Deutschland, gibt es noch immer Menschen, die den Klimawandel ins Reich der Illusionen verweisen.

Was muss eigentlich noch passieren, damit auch der Letzte versteht, ok: die Mehrheit versteht, das der Klimawandel nicht kommt, sondern dass wir mitten im Klimawandel stecken. Nun wird das auch in Deutschland sichtbar.

Und das hilft kein Geld. Und da hilft keine Technik. Noch kann Regen nicht vom Himmel geschossen werden. Geo-Engineering ist einfach nur ein weiteres Kapitel in der Technik Gläubigkeit, die Probleme nicht löst, sondern, in immer neuen Märchen, verhindert, das es Verhaltensänderungen gibt. Die Technik wird es schon richten !?

Unsere Kinder werden sich Fragen, wie wir nur so verantwortungslos sein konnten. Wir leben längt auf Kosten der nachfolgenden Generationen. Wir verbrauchen die Rohstoffe unseres Planeten immer schneller. Auch der grenzänger ist Teil des Problems. Keine Frage.

Nein, nicht Technik, sondern Verhaltensänderungen sind gefragt.

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, das viele Menschen, auch in meinem Freundeskreis ,kein eigenes Auto mehr besitzen. Weil es überflüssig ist.

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, wie viele Menschen sind dem Wahnsinn immer neuer Produktreihen, die immer weniger neue Funktionen bringen, entziehen.

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, wie viele Menschen sich unserem Wachstumswahn entziehen. Indem sie bewusst leben und weniger konsumieren.

Ich bin zuversichtlich, wenn ich sehe, wie viele Menschen sich von der konventionellen Stromerzeugung verabschieden und einen grünen Stromanbieter bevorzugen.

(Ich bekomme meinen Strom von Lichtblick. Und habe keinerlei Probleme erfahren. )

Verhaltensänderungen wirken demokratisierend. Wenn Menschen beschliessen, wieder mehr Zeit in der Nachbarschaft, als vor dem Bildschirm, zu verbringen, ist viel gewonnen.

Und es werden immer mehr.

Unser wunderbarer Planet ist gefährdet. Nein, das ist falsch. Unser wunderbarer Planet lebt sehr gut ohne uns Menschen. Vielleicht sogar besser.

Aber: Ist es das, was wir erreichen wollen ?

Eine Rolle rückwärts

Wer hätte das gedacht ? 2011 wurde die Allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und nun, sieben Jahre später, soll die Allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt werden.

Was hat sich eigentlich in diesen sieben Jahren geändert ? Ist es sinnvoller geworden, eine Berufsarmee von Frauen und Männern zu haben, weil die Welt unsicherer geworden ist ? Was hilft eine Berufsarmee gegen Terroristen, gar gegen Naturkatastrophen ?

Den islamistischen Terror, in dieser Härte gegen Europa gerichtet, gab es auch schon vor 2011. Was hat die damalige Berufsarmee im Kampf gegen den Terror erreicht ? Wo sind durch eine solche Armee Menschen gerettet worden ?

Und ist es wirklich so, das die Allgemeine Wehrpflicht (vs. Zivildienst) die Gesellschaft wieder zusammengeführt hat ? Oder sind die Gräben nicht tiefer geworden ?

Wenn ich Berichte von Menschen lese, die ihren Wehrdienst absolviert haben, höre, dann ist das viel von Langeweile, Sinnlosigkeit, Alkohol, die Rede. Und von Ausbildern, die selbst nicht an das glaubten, was sie an die jungen Männer bringen sollten. Dementsprechend frustrierend war die Situation.

Und der Zivildienst ? Da klingen die Berichte oft positiver. Da haben Menschen wohl etwas für das zukünftige Leben gelernt. Und auch eine Berufung gefunden, die zum Beruf wurde. Im besten Falle.

Aber: Es ist auch verlorene Zeit, in der Menschen ihre Ausbildung beginnen, ins Berufsleben einsteigen. Diese Zeit fehlt Menschen und Unternehmen bei einer Allgemeinen Wehrpflicht.

Sind Zwangsdienste nicht ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert ?

 

Noch ein Aufstand der Anständigen

Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Düsseldorf hat ein gewisser Gerhard Schröder, damals Bundeskanzler, einen „Aufstand der Anständigen“ gefordert. Passiert ist nichts. Der Aufstand blieb aus und auch Gerhard Schröder hat ganz vergessen, wie das noch war mit den Anständigen.

Heute gibt es, nach unzähligen antisemitischen Angriffen in den letzten Tagen, wieder einmal Proteste. Ein paar nette Demonstrationen mit ein paar netten Reden. Betroffenheit soll demonstriert werden. Dann ist wieder alles beim  Alten.

Über eingewanderten Antisemitismus zu sprechen, ist politisch nicht korrekt und auch noch unbequem. Dann doch lieber ein paar Demonstrationen und danach ist wieder alles beim Garten.

Deutschland im Jahre 2018.

Ein Trauerspiel.

Nationalitäten Gesetz

Die Knesset hat es sich nicht leicht. Nach stundenlanger Debatte und mit einer Mehrheit von 2 Stimmen wurde das Nationalitäten Gesetz beschlossen.

Auch in Israel gibt es Proteste gegen das Gesetz, nicht nur von arabischen Israelis. Selbst Staatspräsident Rivlin hat Kritik an diesem Gesetz geäussert.

Ehrlich gesagt verstehe ich die Aufregung nicht ganz.

Israel ist ein jüdischer Staat und die Amtssprache ist Hebräisch. Gut, in unserer Denkweise ist ein Staat, der sich auf eine Religion beruft, schwierig zu verstehen. Die Trennung von Staat und Religion ist ein Grund Narrativ der Deutschen Gesellschaft. Deutschland steht allerdings auch nicht alleine auf der Welt. Deutschland ist nicht von Feinden bedroht. Die Zeit nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland war eine andere Zeit als die nach der Gründung des Staates Israel. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland haben keine Nachbarstaaten das Land angegriffen.

Gerade im Hinblick auf die antisemitischen Vorfälle (nicht nur) in Deutschland scheint es mir eine Voraussetzung für das Überleben des jüdischen Volkes zu sein, das Israel eben ein jüdischer Staat (und nichts anderes) ist. Eine Schoa oder auch Pogrome sind niemals auszuschliessen. Wohin sollen Juden dann bitte auswandern ? Der Staat Israel ist, schlicht und einfach, eine Lebensversicherung für das jüdische Volk. Wenn der Antisemitismus Geschichte ist, könnte sich das vielleicht ändern.

Und die Sache mit der Amtssprache. Die Amtssprache in Deutschland ist Deutsch. Hat Deutschland eine zweite Amtssprache ?

Das die Amtssprache Deutsch in manchen Stadtvierteln nicht mehr gesprochen wird, ist eine Folge der verfehlten Integrationspolitik der Bundesrepublik.

Hebräisch ist nun also die einzige Amtssprache in Israel. Da die Juden in Israel (Baruch Haschem) noch die grosse Mehrheit darstellen, scheint es mir logisch, Hebräisch als Amtssprache zu manifestieren.

Also: Welche Wurzeln hat die Kritik am Nationalitäten Gesetz ?

 

 

Wahnsinn: Amazon Prime Day

Der Amazon Prime Day. Artikel werden zum Rabatt-Schnäppchen Preis unter die Menschheit geworfen. Der Wahnsinn geht weiter.

Ich weiss nicht, ob Amazon sich die Frage gestellt hat, welches Signal damit ausgeht. Das Signal lautet: Billig kaufen, schnell wegwerfen, neu kaufen. Der Billig-Wahn hat einen hohen Preis.  Für uns hier im „ersten Teil“ der Erde, noch viel mehr für die Menschen, die für die Produktion billiger Güter, im „dritten Teil“ der Erde um ihre Gesundheit und um einen gerechten Lohn gebracht werden.

Aber wer unter dem Schnäppchen Wahn leidet, denkt natürlich nicht in solchen Zusammenhängen. Oder er/sie will das nicht wahrhaben. Eine pathologische Erkrankung ist das.

Ja, ich weiss: Wer wenig Geld hat … zahlt beim Schnäppchen Preis drauf. Denn billiges hält nicht lange und kann (oft) auch nicht repariert werden. Das lohnt sich doch nicht mehr. Das sich reparieren lohnt, wenn es etwas zu reparieren gibt, zeigen Repair Cafes. Ein guter, ganz praktischer Ansatz, der Kritik an unseren Wachstumswahn. Und ein Treffpunkt für Menschen, die sonst vielleicht nicht so viel Kontakt zu anderen Menschen haben. Ein Gespräch und eine Tasse Kaffee sind immer zu haben. Und gleichzeitig lernt Mensch viel.

Repair Cafes ist Demokratisierung. Repair Cafes ist Stadtteil. Kein Online-Ödland.

Wer zwingt uns also, den Wahnsinn der Prime Day Tage mitzumachen ?

Ich verweigere mich.

Und ihr ?

Notaufnahme – 50 Euro Eintritt ?

Die Idee ist nicht neu. Früher hatte eine ähnliche Idee den Namen „Praxisgebühr“. Da sollte die Anzahl der Arztbesuche reduziert werden. Das Ergebnis war NULL. Und jetzt also die Notaufnahme ? Genau so ein Blödsinn. Ja, es stimmt. Es sind viele Menschen in der Notaufnahme, die nicht dort sein müssten. Das ist allgemeiner Konsens. Aber das Problem lässt sich nicht mit einer Gebühr lösen. Eher mit einer realistischen Selbsteinschätzung. Und was ist eigentlich mit den Menschen, die keine Gebühr bezahlen können und trotzdem Patienten für die Notaufnahme sind ? Sollen diese Menschen vor der Türe sterben ?

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Kerpen Manheim – Eine tote Stadt.

Es war einmal eine Stadt. Die hatte den Namen Kerpen-Manheim. Eine Stadt wie so viele im Einzugsgebiet der RWE Kohleabbaugebiete. Garzweiler 1+2 und das Hambacher Forst sind nur drei Beispiele von vielen.

Was ist der Eindruck, wenn ich durch die Stadt geht ? Die Atmosphäre lässt sich schwer in Worte fassen. Es ist bedrückend, traurig, irgendwie auch gespenstisch. Hinter den Fassaden, hinter den heruntergelassenen Rolladen lebten einmal Menschen. Die sind jetzt “umgesiedelt” oder besser: vertrieben. Vertrieben von RWE, das um jeden Preis eine Technologie fördern will, die nicht nur veraltet ist, sondern auch, in vorderster Reihe, für den Klimawandel verantwortlich ist. Von Generationengerechtigkeit hat RWE wohl noch nie etwas gehört. Von Gerechtigkeit gegenüber der Mitwelt, die am allerwenigsten für den Klimawandel verantwortlich ist, dafür aber die grössten Lasten zu tragen hat, hat RWE sicherlich gehört. Aber moralische Werte passen eben nicht ins Geschäftskonzept.

So wird also weiter gebaggert und Menschen verlieren ihre Heimat. Die werden dann “umgesiedelt”. Als ob das ein Ersatz für Heimat wäre.

Und da ist eine Kirche, die vernichtet werden soll. Es ist eine schöne Kirche – von aussen.

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In die Kirche kann ich leider nicht gehen. Sie ist verschlossen. Es zwitschern Vögel, die Kirche ist von grün umgeben. Auf der Hinterseite befinden sich einige Gräber von Ordensschwestern. Die Kirche war früher einmal ein Treffpunkt, ein sozialer Mittelpunkt des Ortes. Wenn ich mir das Gebäude anschaue, höre ich noch die Kirchenglocken läuten. Jetzt ist da nur Stille. Tod. Auch diese Kirche soll abgerissen werden. Wie der Immenrather Dom. Erinnert ihr Euch ? Ich war ein paar Monate vor der Vernichtung des Domes am Ort. Ich habe mir nicht vorstellen können, das dieser prächtige Bau, der weit über das Kohlerevier hinaus bekannt war, verschwinden soll. Nun ist auch dieses Gotteshaus Geschichte.

Und da ist ein Wald. Der Hambacher Forst. Schon ein kleiner Spaziergang genügt um zu verstehen, welcher Verlust es wäre, wenn dieser Wald den Baggern zum Opfer fallen würde.

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Und da gibt es Menschen, die den Wald beschützen. Auch Demokratie von unten wächst in dieser Zeit. Und da ist ein Waldcamp mit Menschen, die nicht immer freundlich sind. Die mit aussergesetzlichen Mitteln versuchen, den Hambacher Forst zu retten. Auch das ist Realität. Aber sind wenige gewaltbereite Menschen ein Argument dafür, den Widerstand aufzugeben ? Wenn ich am Waldrand stehe, kann ich in die Weite sehen. Die Weite ? Eine Menschen gemachte Wüste.

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Überall totes Land. Ich kann diesen Anblick nicht in Worte fassen. Abbau. Zerstörung. Und da war einmal ein Wald. Zerstört durch die Bagger von RWE. “Im Sinne der Allgemeinheit” ? Ist es der Wunsch einer Allgemeinheit Wälder zu vernichten und das Weltklima aufzuheizen ? Ich hoffe, das ist nicht so. Sonst wäre das Leben hier noch aussichtsloser.

Der Widerstand im Hambacher Forst geht weiter. Es ist vieles verloren. Aber noch nicht alles.

Die Stadt, der Wald.

Noch.