Haifa – Universität, Downton

Heute war ich in Haifa.

Haifa.

Eine Stadt, die stark unter dem letzten Krieg mit dem Libanon gelitten hat.

Etliche Raketen sind hier eingeschlagen.

Es hat Tote gegeben.

Das in einer Stadt, die für Koexistenz zwischen Juden und Arabern steht.

Eine Stadt, in der Koexistenz praktisch gelebt wird.

Von den Folgen des Kriegs bemerkt man, oberflächlich, nichts mehr.

Das Leben ist bunt und lebhaft.

Unter der bunten Oberfläche ist aber viel Trauer.

Hauptpunkt des heutigen Tages war ein Besuch der Universität von Haifa.

Es sind Semesterferien in Israel.

Aber man kann sich einen sehr guten Eindruck vom Leben an der Universität machen.

Es gibt einen Aussichtspunkt im 29. Stockwerk der Universität von Haifa.

Von dort hat man einen Blick auf den ganzen Norden Israels.

Traumhaft schön.

Und doch macht dieser Ausblick nachdenklich.

Dieser Ausblick zeigt, wie klein das Land ist. Und wie verwundbar.

Mir ging beim Blick,  über die Landschaft, durch den Kopf, dass es noch Wunder gibt.

Dieses Land ist ein einziges Wunder.

Die Tatsache, das Israel noch immer existiert, ist schlicht ein Wunder.

Trotz so vieler schrecklicher Kriege.

Trotz Terror.

Es muss ein Zeichen G“ttes an sein Volk sein.

Das würde ich als Nationalreligiöser jetzt sagen.

Man kann auch sagen: Es ist Glück.

Aber dieses Standhalten ist mit menschlichen Opfern verbunden.

In Wahrheit ist der Unabhängigkeitskrieg noch nicht zu Ende.

Der Unabhängigkeitskrieg dauert seit der Gründung des Staates Israel an.

Ein Ende des Krieges  ist nicht abzusehen.

An all das dachte ich.

Dort oben.

Beim Blick aus dem Fenster.

Zeitgleich hielt, im Vortragssaal der Universität, gerade Abraham Jehoschua, ein bekannter israelischer Autor, einen Vortrag.

Ich liebe die Bücher dieses Mannes.

Gerade weil er eine ganz andere politische Meinung vertritt als ich.

Es ist interessant, was so passiert, in diesem kleinen Land.

Abraham sprach gerade über Konversion und betonte, das der eigentliche Grund zur Konversion die Liebe zum jüdischen Volk sein sollte. Wer konvertiert und Israel, die Menschen dort nicht liebt, sollte aus meiner Sicht darüber nachdenken, worin seine Zugehörigkeit zum jüdischen Volk besteht.

Ich denke das ist die entscheidende Frage.

Die entscheidende Frage ist nicht, welche ein Konvertit einhält.

Nach dem Ausblick folgte ein Rundgang durch das Hecht Museum.

Ich muss gestehen, dass ich von der Existenz dieses Museums noch gar nichts wusste. Man lernt nie aus.

Schliesslich folgte noch ein Rundgang durch die Bibliothek.

Und ein leckeres Essen im Speisesaal der Universität.

Alles in allem eine sehr spannende Geschichte.

Ich habe viel gelernt in diesen Stunden.

Und ich habe viele Notizen mitgenommen.

Danke, Lila !

Von der Universität fuhr ich, mit dem Bus, nach Downtown Haifa.

Ich bin etwas durch die Straßen gebummelt und habe den Zug Richtung Tel Aviv genommen.