Schabbes in Har Nof

Ich komme gerade aus Jerusalem zurück.

Wie ihr ja bestimmt schon gelesen habt, war es nun soweit.

Ich habe die Einladung der guten Irene endlich angenommen und habe mich nach Har Nof aufgemacht, einem religiösen Stadtteil von Jeruschalayim.

Gestern Morgen galt mein erster Besuch der Westmauer. Von dort fährt der Bus Nummer 2 nach Har Nof. Es ist wichtig rechtzeitig vor Schabbat Beginn loszufahren. Die Fahrt von der Westmauer bis nach Har Nof dauert ca. eine Stunde. Aber es ist eine interessante Strecke, quer durch die Stadt.

In Har Nof angekommen unternahm ich einen kleinen Spaziergang durch das Viertel, bewunderte die wunderschönen Synagogen (sephardisch und aschkenasisch) und den schönen Ausblick auf die Stadt.

Schließlich schellte ich, 30 Minuten vor Schabbes Beginn, bei Irene. Es war ein freudiges Wiedersehen. Ich lernte auch endlich Irenes Mann und einen der Söhne kennen.

Rechtzeitig vor Schabbat beginnt gab es noch eine Dusche (man soll sich für den Schabbat „schön machen“ wie für eine Braut, denn es heißt in der Schabbathymne, dass man die Braut Schabbat empfängt.

Schließlich kam auch noch meine Mitschülerin aus der Schiur Klasse und wir waren komplett.

Um kurz nach 16.00 Uhr war die Schabbes Sirene zu hören.

Schabbat Schalom.

Es folgte das Anzünden der Kerzen, die Segenssprüche und schließlich der Besuch des Maariv (Abendgebet) in einer der zahlreichen Synagogen. Das war eine Atmosphäre: die Schul war sehr gut gefüllt, die Stimmung fröhlich bis ausgelassen. Anders als in vielen Synagogen in Deutschland. Balsam für die Seele.

Nach dem Abendessen gingen wir noch zum Schiur aus Anlass einer Jahrzeit (Erinnerung an den Tod eines Angehörigen). Wir lernten über die Heiratsvorschriften. Es war eine Mischung aus Hebräisch und Deutsch. Die Freunde, bei denen wir zu Gast waren. sind ebenfalls aus der Schweiz ausgewandert und gehören zur Mischpoche von Irene.

Heute (Samstag) Morgen ging es zu einem ganz besonderen Scharcharit (Morgengebet). Es war ein Minjan speziell für Kinder und Jugendliche. Diese haben den G“ttesdienst selbst geleitet und gestaltet, D Mann von Irene hat aus der Thora gelesen. Es war wirklich toll zu sehen, mit wie viel Engagement die Jugendlichen dabei waren.

Nach dem Mittagessen (traditionell Singen nach der Mahlzeit) wurde ein Schabbat Schlaf gehalten, dann war es Zeit für einen Spaziergang durch das Viertel und den Besuch einiger Synagogen.

Schließlich näherte sich der Schabbat dem Ende, und nachdem Schabbes beendet war, wurde die neue Woche begrüßt.

Es folgte ein Abendessen und dann machte ich mich auf den Weg zur Westmauer und vom Kotel zur Zentralen Busstation und schließlich zurück nach Tel Aviv. Was sich schwierig gestaltete, denn der Verkehr in Jeruschalayim scheint mir besonders nach Ende des Schabbat chaotisch zu sein. Von Stau zu Stau. Der Weg nach Tel Aviv dagegen war absolut staufrei und schnell. 45 Minuten. Rekordzeit.

Nun ist also wieder Alltag. Es ist mir diesmal besonders schwer gefallen, von Schabbat auf Alltag „umzuschalten“

Toda Raba für die Gastfreundschaft und Geduld an Family Pollak und an Denise und David.