Die Verzweifelten

Immer wieder ist, im Zusammenhang mit den Ereignissen in Gaza, von „Verzweifelten“ zu lesen, welche die Grenze zu Ägypten überschreiten.

Ich frage mich eines: Als es noch eine israelische Besatzung in Gaza gab, posaunte die Autonomieregierung heraus, das sich die Situation dort schlagartig verbessern würde, wenn die Besatzung beendet ist.

Die Besatzung ist beendet. Israel ist aus Gaza abgezogen (Siedlungen sind zerstört, Siedler sind vertrieben worden) und die Situation in Gaza ist nicht besser, sondern schlimmer geworden.

Ein interessanter Vorgang.

Das heisst ja wohl die Autonomie Regierung hat die Bewohner von Gaza bewusst falsch informiert. Und mit ihnen die Weltöffentlichkeit.

Interessanterweise interessiert sich aber niemand für das Scheitern der Regierung in Gaza. Die angeblichen Humanisten interessiert es am wenigsten.

Niemand fragt danach, wo die Entwicklungshilfe Gelder geblieben sind, die der Zivilbevölkerung zugutekommen sollten. Wo sind sie geblieben? Sie wurden in Korruption und Waffen angelegt, statt in Brot. Alle die Augen im Kopf haben können es sehen. Bloss interessiert es niemanden. Wie so oft bei angeblicher „Entwicklungshilfe“. Wer live und in Farbe sehen will, wie Entwicklungshilfe in Gaza investiert wird dem empfehle ich einen Besuch in Sderot.

Es ist heute so, dass Kriege nicht mehr in erster Linie mit Waffen geführt werden, sondern mit Bildern. Das haben die Palästinenser sehr gut verstanden, das haben die arabischen Nachbarstaaten Israels gut verstanden. Deshalb wurde von ihnen auch nichts getan, um das Flüchtlingsproblem zu lösen. Flüchtlingslager geben immer gute Bilder ab. Damit kann man Israel wunderbar an den Pranger stellen.

Was sich zurzeit an der ägyptischen Grenze abspielt, sieht mir sehr nach einer Aktion aus. Das dabei Menschen zu Werkzeugen der Propaganda gemacht werden, ist traurig genug. Solange die Medien und deren Konsumenten dieses Spiel nicht boykottieren, wird es nicht die letzte Aufführung dieser Art gewesen sein. Bis bald in diesem Theater.