Einen Zaun um die Lehre ziehen

Einen Zaun um die Lehre ziehen. Gemeint ist die Thora. Der Satz ist schon uralt und immer noch aktuell.

Die Thora darf nicht vermindert und nicht vermehrt werden. Die Zahl der Buchstaben ist festgelegt.

Die Thora und deren Inhalt braucht und soll und darf nicht nach Aktualitäten, Moden, Befindlichkeiten, Bequemlichkeit, ausgerichtet werden. Wenn dies so wäre, gäbe es keine Thora als verbindlichen rahmen für das Judentum mehr.

Anpassung an die „Moderne“ kann sehr wohl eine Gefahr darstellen. Vor allem dann, wenn ein Volk mit einem Buch, in diesem falle, einer Rolle, zusammengehalten werden soll.

Was hat das jüdische Volk nach der Zerstörung des zweiten Tempels zusammengehalten? In erster Linie die Thora, auch die Befolgung der Halacha, das Vorhandensein bindender Gebote, eines gemeinsamen Textes.

Dieser Text, diese Gebote, sind so alt wie das Judentum selbst. Trotzdem sind beide aktuell auch in unserer Zeit. Abseits der Zeit.  Die Thora darf nicht verändert werden. Über die gleichen Fragen wird diskutiert wie zur zeit der Tempel. Bis zur Entstehung des dritten Tempels und darüber hinaus. Auch wenn es manche wünschen: Das Judentum wird nicht untergehen und mit ihm nicht die Gelehrsamkeit.

Dieses immer-wieder-kehren der gleichen Diskussionen, abseits der aufgeregten Aktualitäten der „modernen“ Zeit ist es was mich am Judentum fasziniert. Es werden Diskussionen außerhalb der Zeit geführt. Es geht nur um den Text. Nicht um die Zeit. In diesen Diskussionen kann man nachlesen was Autoritäten dazu gesagt haben. Autoritäten vor Tausenden von Jahren. Man stellt fest das diese Meinungen noch immer spannend und aktuell sind.

So wird es weitergehen. Die gleichen Diskussionen werden noch in Tausenden von Jahren geführt werden. Die Thora darf nicht vermindert und nicht vermehrt werden. Kontinuität in diesen Zeiten ohne Werte. Welch ein Angebot.