GrenzOrte: Ben Gurion Airport (Tel Aviv)

Ich mag Flughäfen. Ich fliege auch gerne. Trotz schlechten Gewissens. Ihr wisst: Fliegen schädigt das Klima. Das schlechte Gewissen gleiche Ich aus, indem ich innerhalb Deutschlands mit der Bahn unterwegs bin.

Nach vier Stunden an Bord der EL AL Maschine wird es Zeit sich auf die Landung in Tel Aviv vorzubereiten. Ich werde unruhig. Ich zähle die Minuten. Wann kommen – endlich – die Lichter von Tel Aviv zum Vorschein ? Es ist ein wunderbarer Anblick. Ganz langsam kommen Lichter in die Dunkelheit. Die israelische Küste. Tel Aviv. Ein kleiner Flug über die Stadt. Auch bei Dunkelheit ein Vergnügen. Dann setzt die Maschine auf und ich bin wieder in Israel. Welche Freude.

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Beim alten Tel Aviver Flughafen hatte man manchmal das Glück über die Gangway aussteigen zu können. Zu Fuss zum Bus gelangen, wieder israelische Luft schnuppern.

Das Buch „Davids Traum“ beginnt genau in diesem Moment.

Unmittelbar nach ihrer Landung in Lod bei Tel Aviv tauchen Israel-reisende in das feuchtwarme Klima der Küstenregion des Landes ein: Auf den offenen Gangways umhüllt sie eine schwere Luft, die ein wenig salzig schmeckt und im Frühjahr mit dem Aroma von Zitrusfrüchten versetzt ist.

Oh ja. Ich kann mich noch gut an diesen Moment, an diesen Geruch, erinnern. Es war einfach der perfekte Einstieg.

Leider hat man dieses Vergnügen heute nicht mehr. Es gibt ein neues Terminal und keine offenen Gangways mehr. Die üblichen „Finger“ lassen einen vom Flugzeug ins Terminal gleiten. Ohne Kontakt zur Luft, zur Aussenwelt.

Das neue Terminal ist modern und hell. Aber trotzdem vermisse ich manchmal den alten Airport, das alte Terminal. Dort war alles kleiner und gedrängter. Aber irgendwie auch gemütlicher. Das neue Terminal ist mit langen Wegen zur Passkontrolle und zum Abholen der Koffer verbunden.

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Kontakt zur Luft (mit oder ohne Zitrusduft) gibt es erst später.

Wenn die Passkontrolle passiert und der Koffer gefunden ist, wird es Zeit. Ich habe es nicht eilig zum Zug zu kommen der mich nach Tel Aviv bringt. Es ist Zeit für einen kleinen Stopp an der frischen Luft. Dann geht es weiter zum Zugterminal. Die Verbindungen nach Tel Aviv und in den Rest des Landes sind sehr gut.

Also alles in allem: Das neue Terminal ist Klasse. Trotzdem vermisse ich die offenen Gangways. Aber man kann nicht alles haben.