Oh wie schoen …

oh wie schoen das lila wieder zeit zum bloggen hat. ich kann ihren zitierten beitrag voll und ganz unterschreiben. was nicht selbstverstaendlich ist.

Manchmal fragen mich Leser oder Freunde ziemlich verzweifelt, wie sie sich gegen die vielen stereotypen Vorurteile und Vorwürfe wehren sollen, die bei jeder Diskussion über den Nahen Osten auftauchen. Landraub, Besatzer, Apartheid, Kindermörder, Expansionslust – man weiß nicht, welchen Vorwurf man zuerst entkräften soll. Ich empfehle sensiblen Menschen meist, das Thema zu wechseln, denn sonst verkracht man sich leicht mit der ganzen Bekanntschaft.

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auch das buch von tilman tarach kann ich sehr zur lektuere empfehlen. grandios geschrieben. tilman tarach schafft es die ganze verlogenheit linker israel kritik in komprimierter form darzustellen.

Ich hätte Tarachs Buch aber eine letzte kritische Runde mit der Gartenschere gewünscht und dabei alle heftigen Polemiken weggezwickt. In einen Blog mögen sie passen, aber in einem Buch stören sie mich. So zum Beispiel, wenn er auf S. 169 gegen den unglaublich naiven Georg Dürr eifert und fragt: “Hat der Typ noch alle Tassen im Schrank? Wünscht sich diese Knallcharge die israelischen Soldaten etwa als Sozialarbeiter für die Palästinenser zurück?” Mit solchen Ausdrücken entwertet er, zumindest für mein empfindsames Gemüt, seine Argumente. Die polemische rhetorische Frage als Stilmittel kann man auch überstrapazieren – auf manchen Seiten wimmelt es von Fragezeichen.

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da muss ich lila allerdings sehr deutlich widersprechen. das die sprache von tilman tarach sehr deutlich ist und das man die wut des autors nicht nur zwischen den zeilen wahrnimmt macht das buch fuer mich nur sehr viel ueberzeugender. ich habe ueberhaupt nichts gegen polemik. was ich nicht mag sind 100% glatte texte ohne jede spitze. so ein text ist das buch von tilman tarach ganz bestimmt nicht. tarach hat ein paar huehnchen mit den linken zu rupfen. das hat er mit mir gemeinsam. vielleicht ist der frust und die wut und die polemik auch einfach mit stundenlangen diskussionen zu erklaeren. diskussionen mit aalglatten linken die das gutmenschentum fuer sich gepachtet haben. die selbst ihren antizionismus fuer einen ausdruck ihrer humanen gesinnung halten. wer endlose diskussionen mit solchen leuten hinter sich hat kann kaum noch glatt und gefuehlos darueber schreiben. oder er ist inzwischen voellig abgestumpft. tilman tarach jedenfalls ist nicht abgestumpft. das ist eine grandiose leistung.