Über die Krankheit schreiben

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich so offen mit meiner Krankheit, der körperlichen und der seelischen, umgehe. Die frage lautet immer wieder ob es denn sinnvoll ist darüber zu schreiben.

Also zunächst einmal: Ich habe mich entschlossen meinen „Zustand“ nicht zu verheimlichen. Die Sache ist nun mal wie sie ist. Daran wird sich wohl auch leider nichts mehr ändern. Von „vollständiger Genesung“ wird keine Rede sein können. Es gibt Dinge von denen man sich nicht mehr vollständig erholt. Das sollte man einfach in Betracht ziehen. Chronisch ist chronisch. Die Aufgabe besteht darin, mit einer chronischen Krankheit so gut wie möglich zu leben. An diesem Punkt kommt der Weblog ins Spiel.

Schreiben ist für mich ein Stück weit Therapie. Es ist für mich einfach wichtig die „Situation“ in Worte zu fassen. Es ist für mich wichtig die „Situation“ zu formulieren. Durch das Schreiben wird die Seele leichter. Schreiben als Therapie.

Nun gibt es natürlich unterschiedliche Möglichkeiten. Ich kenne Menschen die Tagebuch schreiben. Durch das Schreiben des Tagebuches wird bei diesen Menschen die Seele leichter. Es ist diesen Menschen aber wichtig das niemand anders ihr Tagebuch liest. Das ist natürlich völlig in Ordnung. Hauptsache das Schreiben hilft.

Ein Tagebuch, ganz für sich alleine, zu schreiben ist genau so in Ordnung wie dieses Tagebuch in einem Weblog zu fuhren. Jeder Mensch ist anders. Es ist wichtig das die Lösung für den jeweiligen Menschen passt. Alleine darauf kommt es an.

Ich habe mich entschlossen ein öffentliches Tagebuch zu schreiben. In diesem Tagebuch werden ja ganz verschiedene Dinge behandelt. Krankheit ist ein Thema.

Der Weblog ist für mich so eine Art „Visitenkarte“. Das heisst auch: hier gehören alle Dinge rein die mich beschäftigen. Alles zusammen ergibt vielleicht ein Bild des Grenzgängers.

Ich habe auch festgestellt, das ich diese Sache mit der Depression, Angst, Panik, mit ganz vielen Menschen teile. Es ist mir wichtig zu lesen, das einige Menschen, durch mein Weblog, Mut gefunden haben ihre Situation zu formulieren und sich den Problemen zu stellen.

Wenn ich über meine gesundheitliche Situation schreibe hilft das also auch anderen Menschen.

Das freut mich natürlich sehr.