Essen im Krankenhaus

die tagesklinik ist an das oertliche krankenhaus angeschlossen. das hat einige vorteile. zwei mal in der woche kommt der oberarzt zur visite. einmal in der woche kommt der chefarzt zur visite.

die tagesklinik ist mit einer buslinie direkt und ohne umsteigen mit dem krankenhaus verbunden.

denn die untersuchungen wegen der leukaemie gehen natuerlich weiter. wenn alles gut laeuft wird einmal in der woche reichen. aber eben bei meiner tollen aerztin.

es bleibt die sache mit dem essen. die tagesklinik wird vom krankenhaus mitversorgt.

fruehstueck und mittagessen werden in der tagesklinik stattfinden.

am freitag auch noch ein kaffeetrinken. dieser „kaffeeklatsch“ beschliesst die woche.

> der grenzgaenger macht sich direkt nach dem kaffeeklatsch auf den weg zur schul <

wo ist nun das problem ? das essen ist sicherlich nicht koscher.

natuerlich habe ich mich fuer die vegatarische variante entschieden. ich bin schliesslich vegetarier. fleisch steht bei mir nie auf dem programm und fisch nur sehr selten und ausgewaehlt.

aber das alleine ist ja nicht kaschrut. hier gibt es gute informationen von chabad.org !

wir stehen wie so oft vor dem problem „theorie und praxis“.

mir ist klar das ich eigentlich nichts anruehren, geschweige denn essen, sollte.

aber in dieser frage bin ich einmal einer meinung mit anna.

Jedenfalls nicht in dem Krankenhaus, in dem ich gerade wieder einmal einen Zwischenstopp eingelegt habe. Da gibt es täglich sieben verschiedene Menüs, eines davon ist angeblich sogar “Halal”. Koscher sind die natürlich alle nicht, aber das wäre ja auch verwunderlich. Ist mir aber auch nicht so wichtig, denn wenn ich krank bin, bin ich krank. Und da esse ich so, dass es mir und meinem Körper möglichst bald wieder gut geht. Ich weiß gar nicht, wie ich mir im Krankenhaus so richtig koscheres Essen organisieren sollte.

ich denke man sollte realistisch sein.

ich habe in krankenhaeusern oft die erfahrung gemacht das aerzte und schwestern, die voellig ueberarbeitet und teilweise auch ueberfordert sind, sich ein bein ausreissen um mir zu helfen und mir den aufenthalt im krankenhaus so angenehm wie moeglich zu machen.

diese erfahrung habe ich ganz besonders stark bei meinem letzten aufenthalt im krankenhaus gemacht.

ich denke einfach das man fuer diese hilfe ziemlich dankbar sein soll. denn das ist nicht selbstverstaendlich.

natuerlich ist es wichtig auf kaschrut zu achten. es ist aber auch wichtig wieder gesund zu werden.

ich stimme anna zu wenn sie sagt das im krankenhaus andere prioritaeten gelten.

wichtig ist es gesund zu werden.

oder wenigstens – wie im falle der tagesklinik – ein wenig gestaerkt das krankenhaus zu verlassen. gestaerkt an koerper und seele.

jetzt kann ich mir schon denken was dieser post ausloesen wird.

ja. ich bin willensschwach.

ja. ich habe zur zeit keine kraft zu kaempfen.

ja. ich befolge die gebote nicht gehorsam genug.

ja. ich lasse mich gehen.

es gibt nur dinge die ich nicht aendern kann und die ich auch nicht aendern will.

gerade in religioesen fragen sollte realismus erste buergerpflicht sein.