Wege aus der Angst

Seit Mitte 2002 lebe Ich mit Panikattacken und Angststörungen. Die Grundlagen dafür liegen wohl tief in meinem Innern. Die eigentlichen Ursachen liegen so tief in meiner Biografie verborgen das sie mühsam gesucht werden müssen. Eigentlich will ich gar nicht so genau wissen, welche Ergebnisse dieses Suchen haben wird. Auf der anderen Seite aber weiss ich das diese Suche notwendig ist.

Seit über 7 Jahren lebe ich also mit Angst und Panik. Bisher wurde mit Medikamenten gearbeitet. Besonders mit Doxepin. Dieses Medikament wirkt angstlösend. Aber ich habe die Erfahrung gemacht das Medikamente mit der Zeit weniger helfen. Medikamente sind wichtig um die Angst in den Griff zu bekommen. Medikamente sind der Wegbereiter einer anderen Form von Therapie.

Diese andere Form ist die Konfrontationstherapie. Es geht darum sich bewusst der Angst zu stellen. Es geht darum sich in Situationen zu begeben welche Angst erzeugen. Das ist ein schwieriges und mühsames unterfangen. Es ist wichtig einen wirklich guten Therapeuten zu haben. Absolutes Vertrauen zum Therapeuten ist die Grundvoraussetzung für eine Konfrontationstherapie.

Ich habe nun diesen Menschen gefunden. Genau so alt wie der Grenzgänger. Gut ausgebildet. Hohe emotionale Intelligenz. Alles das braucht es um eine Konfrontationstherapie zu begleiten.

Die erste Therapiestunde war absolut heftig. Es traten solche Angstzustände auf, das ich dachte zu sterben. Es ging um die Angst vor Turnhallen und Bällen. Seit Jahren hatte ich nicht mehr die Kraft eine Turnhalle zu betreten. Zu schlimm waren die Erinnerungen an die Schulzeit. in genau diese Turnhalle (meiner Schulzeit) sind wir zurückgekehrt. Alleine hätte ich nicht die Kraft gehabt. Es brauchte eine starke Therapeutin um mich voranzutreiben. Schliesslich stand ich in der Turnhalle. Das schlimmste war geschafft.

Das Problem an meiner Angst ist aber, das die Angst vor Turnhallen und Bällen, nicht die einzige Form von Phobie ist, unter der ich leide. Von dieser Phobie abgesehen handelt es sich um eine Generalisierte Angst. Das heisst: Es braucht keinen konkreten Auslöser um die Angst ausbrechen zu lassen. Das macht die Behandlung natürlich schwieriger.

Ich weiss, das ich nie mehr ohne Phasen von Angst und Panik leben werde. Es geht darum diese Phasen so zu gestalten das ein erfülltes Leben möglich ist. Es geht darum mit der Angst umzugehen und die Angst zu akzeptieren.

Beides ist wichtig: Konfrontation und Akzeptanz. Im Idealfall kommt am Ende eine Verhaltensmischung heraus. Ob dieser Idealfall glücken wird weiss ich nicht.