Abschied – Tagesklinik

Am Freitag war Abschied aus der Tagesklinik angesagt. Ehrlich gesagt bin ich dann doch mit leichtem Herzen gegangen. In gewisser Weise bin ich froh das „es“ vorbei ist. Am Freitagmorgen gab es ein letztes Gespräch mit der Ärztin der Tagesklinik. Kurz und intensiv. Sie sagte mir das ich jederzeit anrufen und auch vorbeikommen kann. Sie machte mir aber auch klar das ich die Tagesklinik krank verlasse. Vielleicht noch kränker als ich hinein gekommen bin. Die Schatten werden tiefer. Daran hat auch die Tagesklinik nichts geändert.

Nach dem Gespräch mit der Ärztin gab es viel freie Zeit. Es wurde mir wieder klar wie einsam und verlassen, wie fremd, ich mich in der Tagesklinik gefühlt habe. Irgendwie sind meine Probleme ganz anderer Natur als die von den meisten anderen Patienten dort.

Meine liebste Mitpatientin hat – ganz kurzfristig und überraschend – beschlossen mit mir zusammen die Klinik zu verlassen. Ihr scheint es ähnlich ergangen zu sein wie mir. Aber schon weil ich diese wunderbare Frau kennenlernen durfte, hat sich der Aufenthalt in der Klinik gelohnt.

Schliesslich gab es noch das gemeinsame Kaffee trinken und die Verabschiedung. Es gab ein paar kurze Reden und fantasievolle Geschenke. Das ist der letzte Eindruck, den ich aus der Klinik mitnehme.

Der letzte Eindruck war harmonisch und schön. So will ich die Klinik mit ihren Menschen, Personal und Mitpatienten, in Erinnerung behalten. Aber ist dieser Wunsch keine Flucht vor der Wirklichkeit?