Depression und Arbeitsplatz

Eine immer wiederkehrende Frage ist wie man mit dem Thema „Depression und Beruf“ umgehen soll. Das ist sicherlich eine schwierige Frage die sich nicht mit ein paar Worten und auch nicht prinzipiell beantworten lässt. Ich kann nur über meine Erfahrungen sprechen.

Als Ich, ab dem Jahr 2000, immer wieder ausfiel und oft über mehrere Wochen krank wurde war das eine schwierige Situation. Für mich selbst. Für die Vorgesetzten.

Als dann Mitte 2002 die Diagnose (Angst und Panikattacken) gestellt wurde habe Ich mich nicht gleich dazu durchgedrungen der Dienststelle die Diagnose mitzuteilen. Ich konnte noch nicht mit meiner Diagnose umgehen.

Auch in dieser Zeit war ich oft krank (diesmal über Monate) und ich habe beschlossen den ersten Schritt zu tun. Ich habe einen Termin mit der Personalstelle vereinbart und dort klar und deutlich meine Diagnose und meine gesundheitlichen Probleme dargestellt. So bin ich auch später mit der Diagnose „Depression“ verfahren. Es war nicht immer einfach diese Gespräche zu führen. Aber es hat sich – für mich – als richtig erwiesen absolute Offenheit gegenüber meinem Arbeitgeber zu zeigen. Bei späteren Krankmeldungen wussten dann alle Seiten Bescheid.

Schliesslich wanderte mein Fall zum Amtsarzt. Der Amtsarzt ist ein Glücksfall. Wir verstehen uns sehr gut und pflegen grosse Offenheit. Wir kommunizieren auch unabhängig von der Dienststelle miteinander. Auch der Amtsarzt stellt immer wieder den positiven Wert meiner Offenheit in den Vordergrund.

Meine Erfahrung, das ist aber meine ganz subjektive Erfahrung, ist das es besser zu sein scheint offen und ehrlich gegenüber dem Arbeitgeber zu sein und seine Krankheit nicht zu verschweigen. Mit dieser Vorgehensweise schafft man es vielleicht auch ein bisschen von der Unsicherheit in Sachen „Depression“ zu nehmen.

Ich bin bei einer Behörde beschäftigt. Ich kann nicht sagen wie das in der Privatwirtschaft ist. Ich kann sagen, das ich von meinen Vorgesetzten nie ein böses Wort oder einen Vorwurf angesichts meiner Krankentage gehört habe. Allen war klar welche Erkrankung vorlag. Ich habe von meinen Vorgesetzten und vom Amtsarzt Hilfe und Unterstützung in meinem Kampf gegen die Depression erfahren.