Patchwork Familien

Dem Phänomen der Patchwork Familie begegne ich in letzter Zeit immer öfter. Nicht das ich falsch verstanden werde: Ich verurteile niemanden. Ich bin in Familienfragen nur ein bisschen konservativ. Ich habe noch das Bild einer ganz konservativen Familie erlebt. Meine Eltern sind über 45 Jahre verheiratet. Glücklich verheiratet. Konservativ ist das Familienbild: Mutter ist für die Erziehung der Kinder zuständig. Vater ist dafür zuständig das die Familie materiell abgesichert ist. So war das in unserer kleinen Familie. Die Verteilung hat geklappt. Wir hatten nie Grund zu klagen. Es war immer alles da. (Über die Frage ob man das „alles“ braucht, machte ich mir früher nie Gedanken.) Das meine Familie auch ein Ort der Enge war gebe ich gerne zu. Auch daher kommt ein Teil meiner Depression.

Jch glaube aber nicht das Kinder in Patchwork Familien unbedingt glücklicher sind. Oder Kinder deren beide Eltern arbeiten. Ich hatte das Privileg meine Mutter immer um mich zu haben. Ich besuchte keinen Kindergarten. Die Schule war um die Ecke. dieser Zustand verhinderte ein bisschen die Abkapselung von zu Hause. Aber letztlich war und bin ich froh über die Tatsachen. Ich wurde nie vor dem Fernseher „abgestellt“. Nach den Hausaufgaben ging es nach draussen. Bei jedem Wetter. In den Garten oder auf Spaziergänge.

Ich weiss nicht, ob es Kinder besser haben, die Abseits des konservativen Familienbildes aufwachsen. Wenn ich mir ansehe wie viele Trennungen und Scheidungen es gibt, welche tragischen Szenen sich in Familien abspielen, bin ich ziemlich dankbar für meine konservative Kindheit. Solche Szenen sind mir erspart geblieben.