GrenzOrte: Tal der verlorenen Gemeinden, Yad Vashem (Jerusalem)

In Yad Vashem gibt es, etwas abseits des eigentlichen Museumskomplexes, das Tal der verlorenen Gemeinden. Der vernichteten Gemeinden. Der Gemeinden die von Nazi Deutschland vernichtet worden sind. wir sprechen nicht „nur“ von Gebäuden. Wir sprechen auch von Menschen. Wir sprechen von Gemeinschaften. Wir sprechen von Orten, die ein Stück weit Heimat waren. Ich stehe immer wieder sprachlos vor den vielen namen der Städte. Ich versuche mir die Gemeinden vorzustellen. Die Synagogen. Die Orte des Betens. Die Orte des Feierns. Die Orte des Trauerns. Schliesslich die Orte der Vernichtung. Am 09. November 1938 wurden nicht „nur“ Bauwerke vernichtet. Sondern auch Menschen. Auch Lebensentwürfe. Auch eine Kultur die nie mehr wiederkehren wird. Die Vernichtung jüdischer Kultur sollte vollständig sein. Spätestens am 09. November 1938 gab es daran keinen Zweifel mehr. War die Vernichtung endgültig ? Ich glaube nicht, das es wieder möglich sein wird, an das deutsche Judentum anzuknüpfen. Heute streben, G“tt sei Dank, jüdische Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion in die Gemeinden. Aber das ist ein anderes Judentum. Kein schlechteres Judentum. Aber ein anderes. Hitler hat nicht gesiegt. Das jüdische Volk ist nicht tot. Auch nicht ein Deutschland. Ein Trost. Wenn auch ein schwacher Trost angesichts der Toten.