27. Januar 2010

Ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Gedenkveranstaltungen überall im Lande. Ernste Gesichter. Schwarze Anzüge. Schwarze Kippot. Auch ich werde heute Nachmittag an so einer Veranstaltung teilnehmen. Ich gebe zu, das ich manchmal am Sinn dieser Aktionen (ver)zweifle. Immer die gleichen Reden. Immer die gleichen „Würdentraeger“. Familientreffen. Doch welche Wirkung hat das Gedenken ? Warum liebt man – in Deutschland – nur die toten Juden ? Warum hat man Probleme damit, wenn Juden sich gegen ihre Unterdrücker wehren, oder gar einen eigenen Staat mit einer eigenen Armee gründen ? Dürfen Juden nicht wehrhaft sein ? Wo steht das Gesetz geschrieben ? Welche andere Schlussfolgerung sollten Juden aus der Schoa ziehen ? Wer hat ihnen, gerade auch militärisch, zur Seite gestanden als es darauf an kam ? Warum wird heute so einseitig anti-zionistisch (anti-israelisch; anti-jüdisch) „argumentiert“ ? Das sind fragen die ich gerne an diesem Tag diskutieren möchte. Aber natürlich werden diese Fragen nicht in den Reden angesprochen. Der schöne Schein, der verlogene Friede, muss bewahrt werden. Natürlich.