Obama und der „Frieden im Nahen Osten“

US-Präsident Barack Obama hat in einem Interview mit dem US-Magazin Time Israelis und Palästinenser gleichermaßen dafür verantwortlich gemacht, dass seine Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Nahost-Friedensprozesses fehlgeschlagen sind. Beide Seiten hätten zu viele interne Probleme und stünden einer Friedenslösung im Weg…

Zahlreiche Kommentatoren in Israel sind enttäuscht, manche sogar empört, dass Obama so schnell aufgeben will. Manche fürchten auch, dass man sich im nationalistischen Lager, speziell im Außenministerium und im Amt des Premiers, in Siegerpose werfen könnte – ohne die eigentlichen Interessen Israels zu beachten.

Ich habe mehr als einmal betont, das ich kein freund der „Friedens“Verhandlungen im Nahen Osten bin. Ganz im Gegenteil: Ich halte sowohl das ziel als auch die Verhandlungen für falsch.

Warum ?

weil das Ziel nicht realistisch ist. Im Glanz der nahöstlichen Sonne betrachtet hat der „Friedens“Prozess im Nahen Osten der Region Unfrieden gebracht. Das Ergebnis der „Friedens“Verhandlungen seit 1995 ist das Israelis und Palästinenser sich immer weiter voneinander entfernt haben. Ich finde es erstaunlich wenn Menschen in Deutschland beim Begriff „Frieden im nahen Osten“ feuchte Augen bekommen.

Ich war auch regelmässig zu Zeiten in Israel als die „Intifada“ tobte und es jeden Tag Anschläge gab. Jeden Tag klingelte mein Handy mehrmals, weil die Freunde besorgt waren. Diese Zeiten vergesse ich nicht. Wer so etwas erlebt hat wundert sich nicht über die Schwierigkeiten im „Friedens“Prozess.

Denken wir an den israelischen Abzug aus Gaza. Was war die Antwort ? Raketenterror !

Denken wir an den israelischen Abzug aus dem Libanon. Was war die Antwort ? Raketen und der Krieg 2006.

Trotz dieser Tatsachen finde ich es schade das Barack Obama aufgibt.

Hat er sich den Nahen Osten als einfaches Spielfeld ausgemalt ?

Was haben seine Berater ihm erzählt ?

Ich finde es schade wenn jetzt Schadenfreude (von manchen Leuten empfunden) wird. Ich denke, das ist absolut unangebracht. Die jetzige Situation einer ruhigen Analyse zu unterziehen fände ich sinnvoller. Die Analyse sollte weder auf feuchten Augen noch auf Schadenfreude beruhen.