GrenzOrte: Zentraler Busbahnhof, Jerusalem

Der Zentrale Busbahnhof von Jerusalem ist schon von weitem zu sehen. Die teilweise eher verfallenen Häuser der Jaffa Strasse und fast am Ende ein ultramoderner Bau. Das ist der Jerusalemer Busbahnhof. Von hier aus fahren Busse in alle Teile des Landes. Vom Bahnverkehr ist die israelische Hauptstadt leider weitgehend ausgeschlossen. Der Jerusalemer „Hauptbahnhof“ liegt weit abseits der Stadt. Ob der Zug aber langsamer ist als der  Bus wage ich gerade auf der Strecke von Tel Aviv nach Jerusalem zu bestreiten. Wie lange habe ich da schon im Stau gestanden ? Das ist nur mit Musik in den Ohren zu ertragen.

Der Jerusalemer Zentrale Busbahnhof ist nicht nur supermodern. Er lädt auch zum Verweilen ein. Buchhandlungen, Musikgeschäfte, alle möglichen Arten von Imbiss. Wer hier nichts findet ist selbst schuld. Aber letztlich ist der Zentrale Jerusalemer Busbahnhof natürlich ein Ort des Ankommens und Abfahrens. Entsprechend hektisch geht es dort zu.

Ich stand in einer riesigen Menschenmenge um in den Busbahnhof eingelassen zu werden. Sicherheit muss sein. Ich gehe schon immer zum Eingang mit dem Durchleuchtungsgerät für Rucksäcke. Das spart viel Zeit. Ich gebe zu das ich mir schon manchmal Gedanken darüber mache was wohl passiert wenn sich ein Selbstmordattentäter in der Menschenmenge, die auf Einlass in den Busbahnhof wartet, in die Luft sprengt ? Ich will mir die Szene nicht bildlich vorstellen. Doch ins Denken ist diese Möglichkeit längst eingezogen. Interessanterweise meine ich das Handy gibt mir ein bisschen Sicherheit. Obwohl das natürlich eine geistige Täuschung ist. Letztlich gibt es keinen Schutz gegen Massenmörder.

Ausserhalb des Jerusalemer Zentralen Busbahnhofes liegen Dutzende Haltestellen die zu allen Winkeln in Jerusalem selbst führen. Es gibt auch kleine Geschäfte mit teilweise plärrender Musik. Israel pur.

Ich sage manchmal wer den Jerusalemer zentralen Busbahnhof noch nicht „live und in Farbe“ gesehen hat, wer noch nicht in der Menschenmenge vor dem Bahnhof gestanden hat, dem ist etwas entgangen. Die Charaktere zu beobachten ist wirklich spannend. Pilger, Ordensschwestern, Pfarrer, Rabbiner, Touristen, Araber in den althergebrachten Gewändern, Säkulare Menschen, Soldaten, Mütter mit und ohne Kinderwagen, betende Menschen in der Schlange und Teenager mit den Interessen aller Teenager der Welt. Diese Mischung ist ein Stück Israel.