Meer und Land

Manchmal habe ich das Gefühl meine Seele ist wie das Meer. Ein paar Tage war das Meer ruhig. Die Seele war im Gleichgewicht. Dann kam Sturm auf. Das Meer wurde unruhig. Die Seele fing an zu wanken und zu schwanken. Dann kamen dunkle Wolken. Schliesslich ein Absturz. Nur ein kleines Sturmtief. Aber das reichte um den Grenzgänger zurück in sein Schneckenhaus zu treiben. In diesem Schneckenhaus gibt es wohl den einzigen Ort an dem der Grenzgänger jemals Wurzeln geschlagen hat. Wie soll man auf einem unsteten Meer Wurzeln schlagen ? Ich schaffe es nicht von den Wellen dauerhaft ans Land zu kommen. Da fehlt mir wiederum der Willen um wirkliche Wurzeln zu schlagen. Ich bin zu müde und zu schwach um mich dauerhaft an einem Ort, abseits des Meeres, einzurichten. Ich weiss auch nicht ob ich das wirklich will. In meiner Seele ist nicht nur das Meer. Da ist auch der Kampf zwischen Meer und Strand. Entscheidungsunfähigkeit. Ein Markenzeichen der Depression. Das kenne ich nur zu gut. Also werde ich weiterhin, wie eine Nussschale auf dem Meer treiben. Weil ich nicht die Entscheidung treffen kann mich an Land einzurichten.