Im Pott

Heute war ich mal wieder im (Ruhr)Pott. Ich bin gerne dort. Ich mag die Menschen. Ich mag die, manchmal, raue Art und Weise mit der die Menschen sprechen. Ich mag das bunte Treiben. Essen ist eine meiner Lieblingsstädte im Pott. Von Stahl und Kohle ist da natürlich nichts mehr zu sehen. Strukturwandel heisst das Kennwort. Doch die Erinnerung an die harte Arbeit unter Tage ist nicht verschwunden. In unmittelbarer Nähe des Essener Hauptbahnhofes findet sich dieses Denkmal.

Mit dem Ruhrpott, speziell mit Essen, verbinden mich viele Erinnerungen. Hier bin ich ausgebildet worden. Hier habe ich mein Berufsleben verbracht. Hier durfte ich noch die alten Tugenden der Arbeiterbewegung kennenlernen. Aber keine Melancholie, bitte. Das ist längst Vergangenheit und wird nicht wiederkommen.

Heute ist der Ruhrpott ein Versuchsfeld für grossflächigen Strukturwandel. Dem Kohleschacht sind Verwaltungshochhäuser gefolgt. Heute ist Essen ein Standort für Verwaltungen grosser Konzerne. Nicht zuletzt ist Essen auch ein Wissenschaftsstandort. Und ein Kulturstandort. Essen ist nicht zufällig die Kulturhauptstadt 2010. Die Arbeit des Kulturwissenschaftlichen Institutes, gerade in Fragen des Klimawandels, ist nur eine Zukunftswerkstatt von vielen.

Ich glaube die Menschen in Essen sehen die Veränderungen eher mit Interesse als mit Angst. Der Pott wird, in der Veränderung, der Pott bleiben. Da kann (nicht nur) ich beruhigt sein.