Alte Synagoge Essen

Am 14. Juli 2010 wird das Haus der jüdischen Kultur, besser bekannt als Alte Synagoge Essen, wieder eröffnet. Einige Monate lang war dieser schöne Ort geschlossen weil es Bauarbeiten notwendig machten.

Ich freue mich schon sehr auf die Aktivitäten im Haus der Jüdischen Kultur. Die Alte Synagoge Essen stand für ein hervorragendes Programm an Vorträgen und Kulturveranstaltungen. Gerade die Vorträge waren immer hochrangig besetzt und kontrovers. Im positiven Sinne auch tendenziös im Sinne einer gelebten Meinungsfreiheit.

Für diese Freiheit steht auch die langjährige Leiterin der Alten Synagoge Essen. Edna Brocke. Eine Lebensgeschichte wie ein Roman. Eine beeindruckende Persönlichkeit. Wer das Glück hatte Edna Brocke kennenzulernen wird beeindruckt von ihr sein. Beeindruckt auch deswegen weil Edna Brocke es sich nie einfach gemacht hat. Edna Brocke ist keine Frau die Kontroversen aus dem Weg geht. Das machte ihr viele Feinde.

Edna Brocke hat ihre Standpunkte immer deutlich zum Ausdruck gebracht. Aber sie war auch immer zu einem reflektierten Gespräch bereit. Ich denke daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Edna Brocke ist zu einer kraftvollen Stimme geworden die gehört wird.

Ich erinnere mich noch lebhaft an die Diskussion ob die Alte Synagoge Essen ein Ort des aktiven Gebetes sein kann und soll. Edna Brocke hat das immer wieder verneint. Sie hat darauf bestanden das es eine Jüdische Gemeinde in Essen, mit einer eigenen Synagoge, gibt. Liberales Judentum, auch das ist richtig, war und ist nicht die Sache von Edna Brocke. Das ist eine klare Positionierung die respektiert werden sollte.

Verlogenes Schweigen kann Edna Brocke wohl am schwersten ertragen. Das ist gut so. Es gibt schon genug Menschen ohne die Fähigkeit im erbitterten Stand zu bleiben.

Fuchsteufelswild kann Brocke werden, wenn sie feststellt, dass vor Ort etwas beschwiegen werden soll. So wie damals, als arabisch-stämmige Jugendliche die Alte Synagoge angriffen, aber dies nicht in allen Medien so klar gesagt und geschrieben wurde. „Das wäre ganz anders gewesen, wenn es sich um Rechte gehandelt hätte“, empört sich Brocke noch heute. Auch der sanfte Umgang mit einer städtischen Mitarbeiterin, die unverhohlen das Existenzrecht Israels infrage stellte, blieb ihr schleierhaft. Der Fall zerstörte ihr ohnehin schwieriges Verhältnis zum damaligen OB Wolfgang Reiniger.

Ich freue mich sehr auf weitere schöne und interessante Stunden im Haus der jüdischen Kultur. Ein Besuch ist dieses Haus immer wert.