Kirche, die sich einmischt

Margot Kässmann ist wieder da. Wer hoffte Frau Kässmann würde, mit der Aura der Dunkelheit umgeben, hinter der Bildfläche verschwinden, hat sich getäuscht.

Auch wenn ich die Meinung von Frau Kässmann zum Sparpaket der Bundesregierung nicht teile, bin ich froh dass sich Kirche in gesellschaftliche Konflikte einmischt, eben nicht über allen Wolken der Realität schwebt.

Die Trennung von Kirche und Staat bedeutet nicht das die Kirche nicht ihre Meinung sagt. Protestantismus, dass Priestertum aller Getauften, stand schon immer für Unbequemlichkeit. Nicht als Masse. Aber diejenigen mit wachem theologischen Wissen und solider kirchlicher Bildung konnten nicht anders als unbequem sein. Dietrich Bonhoeffer ist nur ein Beispiel.

Gerade solche kämpferischen Menschen, kämpferisch in Sorge um den Menschen, in Sorge um die Gesellschaft, gibt es auch in kirchlichen Reihen viel zu wenig.

Die moralistischen Heuchler mögen Margot Kässmann viel vorwerfen. Sie hat in ihrem Leben viel Angriffsfläche geboten. Aber eines kann man Frau Kässmann nicht vorwerfen: das sie bequem und anbiedernd ist, das sie sich in Auseinandersetzungen geduckt hat. Margot Kässmann hat wahrlich einen hohen Preis für Ihren Einsatz bezahlt. Aber sie lässt sich nicht verbiegen. Deshalb habe ich hohe Achtung vor Frau Kässmann und freue mich das die Kämpfernatur sich zurückgemeldet hat.