Vertrauen, Einsamkeit, Depression

Depression ist der Verlust von Vertrauen. So hat es ein Teilnehmer einer Diskussionsrunde auf den Punkt gebracht. Ich glaube an dieser Feststellung ist eine Menge dran.

Bei depressiven Menschen ist zu beobachten dass sie oft sehr einsam sind. Überhaupt ist Einsamkeit ein Hauptproblem unserer modernen Zeiten. Einsamkeit und mangelndes Vertrauen gehen aber sehr oft „Hand in Hand“. Wenn das Urvertrauen zerstört ist, wenn die Chance „draussen“ Menschen zu treffen zerstört ist kommt die Einsamkeit. Mit der Einsamkeit kommt sehr oft die Depression.

Ich hatte, selbst in der tiefsten Phase meiner Depression, nicht das Bedürfnis nach Einsamkeit. Die Menschen um mich herum hätten das auch nicht zugelassen. Das soziale Netz hat getragen. Sicherlich haben sich vermeintliche Freunde von mir abgewandt als ich nicht mehr funktionierte. Aber das hat einen Vorteil: Man fängt an die „Spreu vom Weizen“ zu trennen. Die wirklichen Freunde werden bleiben. Diese tolle Erfahrung durfte ich in der Depression machen. Mit dieser Erfahrung wurde auch das Vertrauen in die Freunde bestätigt.

Wer diese Erfahrung des Vertrauens nicht mehr machen kann, wer schon das Urvertrauen als brüchig erlebt hat, wird eine geringere Chance haben positive Erfahrungen zu machen. Positive Erfahrungen mit anderen Menschen. So kommt dann, neben der Enttäuschung die Vereinsamung und neben der Vereinsamung das völlige Verlieren der Fähigkeit zu vertrauen, zusammen. Ein weiterer Teufelskreis der Depression.