Zwei Fremde Federn für Herrn Schulz

Ein Rheinländer mit Pickelhaube

Am Montag, einen Tag nach dem Schweizer Plebiszit zur “Masseneinwanderung”, erschien auf SPON ein Interview mit dem Präsidenten des EU-Parlaments, Martin Schulz. Es wurde “am Rande eines Besuchs von Schulz bei Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah” geführt. Was die nahe liegende Frage provoziert, was der Präsident des EU-Parlaments bei dem “Palästinenserpräsidenten” zu suchen hatte. Wollte er das mit EU-Mitteln gebaute Mausoleum des “Rais” Arafat besuchen? Oder mit Abbas darüber reden, dass dieser vor neun Jahren, Anfang 2005, für eine vierjährige Amtszeit zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde gewählt wurde und seit fünf Jahren “overdue” ist, ein Präsi ohne jede Legitimation – außer seiner eigenen Entschlossenheit, im Amt zu bleiben? Gut, lassen wir das. Wenden wir uns lieber einem anderen Punkt zu.

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Martin Schulz löst den Nahostkonflikt

Der Auftritt des EU-Parlamentsvorsitzenden Martin Schulz vor der israelischen Knesset hat einige Tumulte ausgelöst. Zwar war es zu erwarten, dass die Haltung der EU zur Siedlungsfrage nicht gerade auf Zustimmung stoßen würde bei Wirtschaftsminister Naftali Bennet und seiner Siedlerpartei. Und alles in allem hat Schulz versucht, eine ausgewogene Rede zu halten. Aber er ist dann doch Opfer der eigenen Unwissenheit und Tolpatschigkeit geworden. Schon vor der auf Deutsch gehaltenen Rede hatte er die Israelis dafür kritisiert, auf Kritik zu empfindlich zu reagieren – ganz so, als seien EU-Politiker bekannt dafür, mit Kritik gelassen umzugehen. Und als wäre Israel-Kritik in Europa nicht inzwischen zu einem obsessiven Sport geworden.

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