Braucht der Glaube Institutionen ?

EKD Studie   Deutsche verlieren ihren Glauben an Gott   Nachrichten Politik   Deutschland   DIE WELT

Ein Leben ohne Gott könnte ich mir nicht vorstellen.

Ja, ich glaube an Gott.

Ja, Gott ist, in vielen Phasen, der letzte Halt.

Aber ich verbinde Gott nicht mit Religionsgemeinschaften. Gerade bei dem was die beiden Amtskirchen in Deutschland tun, stehen Gott vermutlich die Haare zu Berge.

Da gibt es Pfarrer, die den Titel nur noch zum Schein tragen. Denn sie sind völlig überlastet. Seelsorge, die Sorge um die seelische Verfassung der Glaubenden, spielt nur noch eine untergeordnete Rolle in den Kirchen. Finanzen, der Bau neuer Gemeindepaläste, die Eitelkeiten so mancher Würdenträger, sind wichtiger geworden. Das aber hat nichts mehr mit Religion zu tun.

Kirche in unserer Zeit zeichnet sich auch durch eine Engstirnigkeit und ein kurzfristiges Denken aus, das Rabbiner Jesus die Zornesröte ins Gesicht getrieben hätte.

Ist es ein Wunder das die Menschen mit solchen Religionsgemeinschaften nichts mehr anfangen können ?

Ja, es gibt auch die positiven Menschen, die positiven Beispiele. Aber Kreativität wird, viel zu oft, in den starrsinnigen Mühlen eines völlig veralteten Kirchenrechtes erstickt. Das gilt für beide Amtskirchen.

Ökologische Weitsicht muss, viel zu oft, dem selbst gemachten Druck knapper Finanzen weichen. Weitsicht, gerade im Sinne der Bewahrung der Schöpfung, ist eher selten anzutreffen.

Das kirchliche Arbeitsrecht ist eine einzige Katastrophe. Da spielt nicht die Qualifikation künftiger Arbeitnehmer(innen) eine Rolle, sondern die Konfession. Gerade kirchliches Arbeitsrecht strotzt vor Vetternwirtschaft. Und kirchliche Arbeitnehmer werden ausgebeutet, denn sie dürfen nicht streiken. Der verlogene dritte Weg ist nur ein Mittel zur Ausbeutung. Die Kirchenoberen wissen das und tun alles um ihre Pfründe, auch in diesem Bereich, zu behalten.

Die Demokratie im Kirchenleben wird auch durch Gemeindeversammlungen, die kaum jemanden interessieren, nicht wiederbelebt. Der Patient ist infaust.

013-Karikatur-Leerer-Raum

Wundert es wirklich das die Kirchen leer sind ? Wundert es wirklich, das es kaum noch geeigneten Nachwuchs für Kirchenämter gibt ?

Nein, das langsame Verschwinden der Kirchen ist keine Tragödie. Denn diese Kirchen sind eine Verhöhnung des Namens Gottes.

Glauben lebt sich, das ist meine Meinung, authentischer und ehrlicher abseits der Institutionen.

Ja, ich glaube an Gott. Dazu brauche ich keine Gemeinden und auch kein Gebetbuch, keine Gottesdienste. Es wird selten so viel geheuchelt wie in Gottesdiensten und danach. So mancher frommer Kirchgänger sollte sich schämen in Anbetracht seines Lebens.

Christ

Glauben, das ist meine feste Überzeugung, sollte „von innen heraus“, aus der Seele des Menschen, im Dienst für die Schöpfung und die Mitmenschen, gelebt werden. Dann ist der Glaube auch glaubwürdig.