Fremde Feder: Ausstieg aus der Meinungsindustrie

Kombo-Ohne-mich-neu

Vielleicht hat es schon an dem Morgen begonnen, an dem im Frühstücksfernsehen ein Politiker, an dessen Namen und Position ich mich weder erinnern kann noch will, sagte, dass es selbstverständlich erlaubt bleiben müsse, die eigenen Kinder im Urlaub an der Ost- oder Nordsee zu fotografieren.

Wie großzügig, dachte ich. Und dann redete ich eine Viertelstunde auf meine Frau ein, es war ja sonst niemand da. Wieder ein verdorbener Morgen, weil ich unbedingt eine Empörung loswerden wollte.

Glücklicherweise waren die Edathy-Affäre und die Meinungen darüber, was man mit einem wie ihm, Abbildungen nackter Kinder und verwerflichen Fantasien anfangen müsse, nach ein paar Tagen wieder vorbei. Es ging ja wieder auf dem Maidan los, einem Platz, von dessen Existenz ich vor einem Jahr wie fast alle anderen Deutschen nichts gewusst hatte. Jetzt aber entschied sich auf ihm mindestens die Zukunft Europas.

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