Verletzung, Selbstverletzung

Es ist wirklich verrückt wie weit das Leben mit einer Depression vom Leben „davor“ entfernt ist. Nichts geht mehr „einfach“ oder „schnell“ und vor allem stellt sich eine enorme Verletzlichkeit ein. Kleinste „Schläge“, die im Allgemeinen gar nicht so gemeint sind, treffen Schläge in den Magen. Und sei es nur das Menschen, die einem wichtig sind, sich nicht melden. Das liegt meistens nur an fehlender Zeit. Aber als depressiver Mensch bezieht man alles sofort auf sich. Verletzlichkeit ist ein Zustand, den ich vor der Krankheit überhaupt nicht kannte. Jetzt ist der ganze Körper übersät von Wunden. Wunden in der Seele, Wunden von Messern. Heute war der Druck wieder so gross, das ich mich geritzt habe. Blut als Möglichkeit etwas zu spüren. Zu spüren in der Glocke aus Wut, Angst, Hass und Selbstverletzung. Ist ein depressiver Mensch für andere Menschen erträglich ? Selbstmitleid. Meine treuen Leserinnen und Leser mögen mir verzeihen. Aber Schreiben ist für mich ein Ventil, um das alles rauszulassen. Mitzuteilen. Keine Sorge. Irgendwann werde ich schweigen. Aber das ist in Gottes Hand. Alleine in seine Hand. Sonst wäre schon längst alles vorbei. Warum glaubt Gott (komische Formulierung) mich diesen Weg gehen lassen zu müssen ? Kreuzweg. Das Wort gewinnt ganz neue Bedeutung für mich. Passionszeit. Aber auch Rabbi Jochanan ben Zakkai. Es waren die Besten, die diesen Kreuzweg gegangen sind. Ich passe da gar nicht hinein. Wann nur endet das alles ? Ich will nicht mehr. Ich kann das Licht des Osterfestes, die positive und kraftvolle Botschaft von Pessach nicht sehen. Alles schwarz. Hinter einer gläsernen Wand.