Überfüllte Kirche, alter Pfarrer

Nein, der Grenzgänger wird sich nicht mehr über leere Kirchen beklagen. Heute, am Vorabend von Palmsonntag, war die Kirche mehr als gut gefüllt. Ob es am besagten Tag liegt ? Heute war auch wieder der „alte“ Pfarrer im Dienst. „Alt“ heisst hier: schon längst verrentet. Weit über 80 Jahre. Mit welcher Treue er sein Amt liebt. Mit welcher Hingabe er die heilige Messe feiert. Er schon sicht. Obwohl ihm die Mühe, rein körperlich, anzusehen ist. Besondern wenn er sich niederkniet braucht er schon Hilfe um wieder auf die Beine zu kommen. Aber er kniet sich nieder. Ich weiss, dass der Pfarrer manchmal unter starken Schmerzen leidet. Aber auch dann tut er seinen Dienst. Ohne sich zu schonen. Mich erinnert das ein bisschen die vorherigen Päpste. Alle gesundheitlich angeschlagen und schon längst im Rentenalter. Trotzdem gaben sie ihr Amt nicht auf. Das auch die ideologischen Ideen eher „alt“ waren ist wohl wahr. Aber ich frage mich ohnehin welchen Grad der „Verweltlichung“ bzw. Entweltlichung die katholische Kirche braucht. Zu viel Verweltlichung kann auch zum Verlust des Profiles, zur Anbiederung, führen. Einen kleinen Abriss der Debatte gibt dieses Büchlein. Zurück zum Gottesdienst, zum Pfarrer, zu Palmsonntag. Ich kann mich nur in Respekt vor besagtem Pfarrer verneigen. In all seiner körperlichen Schwachheit ist der geistige Kosmos nicht angegriffen. Und die Predigt ist immer noch mehr als eine Sammlung von Worten. Ich wünschte mir mehr von diesen Menschen, die sicherlich nicht bequem, dafür aber verlässlich sind. Und dieser Wunsch ist nicht nur auf die Kirche beschränkt.