Hoffnungsgebet

Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Hohn und Spott der päpstlichen Initiative zu einem Nahost Friedensgebet entgegenschlägt. Der Papst hat sich nicht in den Nahost-Konflikt eingemischt, er hat keine Stellung bezogen. Ausser aber man sieht das Friedensgebet an sich als Stellungnahme. Das ist, aus meiner Sicht, aber nicht fair. Ziel des Friedensgebetes war es, einzig und alleine, den Nahostkonflikt abseits der Politik zu sehen. Eine Pause in der, immer gleichen, Betrachtung. Sozusagen ein kurzer Blick von oben. Distanziert, soweit das für Konfliktteilnehmer möglich ist. Darin christliche Missionierung zu sehen ist schon fragwürdig. Sicherlich wird das Friedensgebet kurzfristig keine messbaren Erfolge haben. Überhaupt glaube ich nicht, dass Menschen in der Lage sind, diesen Konflikt zu lösen. Da braucht es göttliche Hilfe, den Hauch des Heiligen Geistes. Pfingsten. (Auch dieser Satz kann als christliche Missionierung ausgelegt werden, ich weiss.) Ich möchte dem Heiligen Vater einfach unterstellen, das er guten Willens ist. Vorschusslorbeeren, das stimmt. Aber diese Lorbeeren kann ich, als gläubiger Mensch, spenden. Wenigstens das. Was der Papst mit seinem gestrigen Gebet vermitteln wollte, war einfach: Hoffnung. Hoffnung in einem Konflikt, der so unendlich hoffnungslos ist. Ist das nichts ?