So zensiert die FIFA

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Dieses Bild, gleich in zwei Ausführungen, stammt von der Eröffnungsfeier des gegenwärtigen Fucking – Events, auch Fußball-WM in Brasilien genannt.

Was ist das Besondere an diesem Bild ?

Nun, dieses Bild war in der offiziellen Übertragung nicht zu sehen. Die FIFA hat das Bild und das Anliegen, schlicht und ergreifend, zensiert.

Worum geht es ?

Das Bild zeigt Fabio. Er gehört zur indigenen Bevölkerungsgruppe der Guarani. Wie so viele Bevölkerungsgruppen wird auch diese in Brasilien an den Rand gedrängt, in Reservate gepfercht, unsichtbar gemacht. Die Guarani leben am Ende der Welt. Gerade deshalb ist die mutige Aktion von Fabio so wichtig. Es ist wichtig, die verlogene Freude an einer Fussball WM zu stören, die zu Vertreibungen, Ermordungen, ethnischen Säuberungen, geführt hat. Nein, Brasilien wird es nicht schaffen das Bild eines Landes zu zeichnen, in dem ewig die Sonne scheint und alle Menschen glücklich sind.

Die FIFA hat, wie gesagt, beschlossen, Fabio und sein Anliegen, nämlich die Forderung nach mehr Land und nach Abgrenzung, d. h. nach einer Überlebenschance für das Volk der Guarani, zu zensieren. Die FIFA konnte ihr Anliegen nicht in die Tat umsetzen.

Bei der offiziellen Fernsehübertragung der WM Eröffnung konnte das Bild zwar zensiert werden. Aber mit um so grösserer Wucht hat sich das Bild, hat sich Fabio mit seiner Botschaft, in den sozialen Netzwerken Platz geschaffen.

Insofern ist die Zensierung nicht nur schief gegangen, sie ist in ihr Gegenteil umgewandelt worden.

Das iranische Staatsfernsehen Irib hat am meisten Angst. Also legt es zwischen die Übertragung der WM-Spiele in Brasilien und der Ausstrahlung im Gottesstaat eine zehn Sekunden lange Verzögerung. Was dem Ajatollah-TV recht ist, ist der Fifa billig. Der Weltfußballverband ist als Veranstalter des Turniers Herr des sogenannten Weltbildes. Auch hier wird mit Zeitverzögerung übertragen. Was dazu führte, dass das globale Publikum bei der Eröffnungsfeier in Sao Paulo anders als die Zuschauer im Stadion eine Szene nicht sehen durfte. Der 13-jährige Fabio, einer der drei Jugendlichen, die drei weiße Tauben in den Himmel steigen ließen, zeigte danach ein Transparent: „Demarcaçao“ (Abgrenzung). Als Hinweis darauf, als Protest, dass das indigene Volk der Guarini, das nahe Sao Paulo lebt, in seinem Lebensraum immer weiter an den Rand gedrängt wird. Solche Manifestationen können weder die Fifa leiden noch die WM-Organisatoren. Also wurden stattdessen unverfängliche, unverändert fröhliche Bilder gezeigt.

Gerade der Versuch einer Zensierung hat dazu geführt das sich Mensch, Bild und Botschaft in der Welt verbreitet haben. Von den virtuellen Netzwerken hat die Botschaft von Fabio den Weg auch  in die „herkömmlichen“ Medien gefunden.

Tja, FIFA – Stasi, wieder mal Pech gehabt.

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