Es fehlen die Worte

Zu dem was sich gegenwärtig in Israel abspielt, fehlen mir die Worte. Wirklich neu sind die Vorgänge nicht. Immer wieder Raketen und Tote. Aber im Moment scheint wieder eine Eskalation erreicht wie sie seit Jahren nicht mehr da gewesen ist. Es war wohl leider auch zu ruhig im Lande.

Nun also drei ermordete jüdische Teenager, ein ermordeter palästinensischer Teenager, eine junge Frau, die in Afula ermordet wurde. Von ihrem Taxifahrer. Sie war auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch.

Noch eine trauernde Familie.

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Von Shelly Dadon wird in den deutschen Medien nicht berichtet.

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Vielleicht weil sie auf der „falschen“ Seite steht ? Sind palästinensische Tote, umgebracht von Juden, mehr wert als Juden, umgebracht von Palästinensern ? Oder trauen sich deutsche Medien nicht, gegen den Mainstream zu berichten ? Das wäre wahrlich ein trauriges Bild.

Und Raketen, Raketen, Raketen auf Israel.

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So schlimm war der Beschuss im Süden lange nicht mehr. Und niemand kann sagen ob sich der Beschuss auf den Süden beschränkt. Israel hat 1500 Reservisten einberufen. Was mag es bedeuten ? Eine Invasion in Gaza wäre vorstellbar, vielleicht sogar gerechtfertigt. Aber eine solche Invasion würde Blut kosten. Blut in einem Konflikt in dem schon unendlich viel Blut geflossen ist. Jeder Tote ist einer zuviel. Ich ertrage das Aufrechnen nicht mehr. Das Zählen von „guten“ und „bösen“ Toten. Den Zynismus der Medien. Dieser Konflikt, in dem ich seelisch so verwickelt bin, tut mir weh. Weh im Magen. Weh im Hirn. Eine Selbstverletzung der besonderen Art. Und Ausblenden läuft nicht. Zu sehr verwickelt. Zu viele Erinnerungen. Zu viele Reisen. Zu viele Freunde. Israel wird immer ein Stück meiner zerstörten Seele sein. Jede Meldung schneidet tief ins Fleisch. Schneidet. Und doch kann ich nicht ohne diese Meldungen sein. Zu sehr, Entschuldigung für die Wiederholung, zu sehr ist die emotionale Verwicklung, noch dazu einseitig, da.

Ich denke zurück an den Friedensgipfel bei Papst Franziskus.

Sie pflanzen einen Olivenbaum. Einen Baum pflanzen. Ein Zeichen der Hoffnung.

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Hoffnung.

Eine Sekunde lang.

Danach die immer gleiche Realität.

Hat der Terror gesiegt ?