„Jede Menge falscher Freunde“

„Je suis Charlie Hebdo“

Jede Menge falscher Freunde

Ein Kommentar von Deniz Yücel, tageszeitung

Die Pegidas dieser Welt haben kein Recht, die ermordeten Satiriker zu instrumentalisieren. Und wer die Tat mit „Aber“ verurteilt, rechtfertigt sie.

Die Leichen in Paris waren noch nicht kalt, als die Ersten in Deutschland versuchten, sie für ihre Zwecke zu vereinnahmen: Pegida, Alexander Gauland von der AfD, einschlägige Webseiten, am Ende sogar die NPD, die auf ihrer Facebookseite erklärte, nun ebenfalls „Charlie“ zu sein. Diesen Leuten sind ein paar linksliberale Karikaturisten scheißegal, sie freuen sich nur wie Bolle, ihre Ressentiments bestätigt zu sehen.

Darum, Spackos, hört zu: Wagt es nicht, die Toten von Paris zu instrumentalisieren. Denn für euch hätten die Satiriker von „Charlie Hebdo“ zur „Lügenpresse“ gehört. Ihr könntet ahnen, was sie für euresgleichen übriggehabt hätten. Was sie für euresgleichen in Frankreich übrighatten. Was die „Titanic“, der „Postillon“ oder die „heute-show“ für euch übrighaben: nüscht. Absolut nüscht. Außer Kritik, Spott und Verachtung.

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