Eine starke Frau

Nein, eine Heldin will Rebekah Gregory nicht sein. Sie hat sich ihr Schicksal wahrlich nicht ausgesucht. Es sind Bilder des Horrors.

Explosions At 117th Boston Marathon

Boston. 15.04.2013. Ein schöner Tag. Sonne. Und ein Marathon. Rebekah Gregory ist dabei. Die Mutter ihres Freundes war unter den Läudern. Rebekah und „ihr Anhang“ suchten sich einen guten Platz. Sie freuerten die Läuferinnen und an und warteten auf die Mutter des jungen Mannes. Dann passierte es. Direkt neben Rebekah und ihrem kleinen Sohn explodiert eine Bombe. Rebekah lag in ihrem Blut, die Knochen waren auf der Strasse verteilt. Die Ärzte konnten das linke Bein der jungen Frau nicht retten. Um ihr Leben zu retten waren mehr als 40 Operationen nötig. Ein unvorstellbares Martyrium.

Und doch hat Rebekah nicht aufgegeben. Mit ihrem Willen zum Leben hat sie es geschafft wieder selbstständig zu werden. Mit der neuen Prothese fing sie, ganz langsam, wieder an zu laufen. Stück für Stück. Schmerzliche Meter. Ein unendliches Training, sicherlich manchmal am Rande der Verzweiflung.

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Rebekah sagt in Prozess gegen den überlebenden Attentäter aus. Das ist ein Schritt um ihre Alpträume, ihre Angst, zu besiegen. Sie schreibt demjenigen, der so grosses Leid verursacht hat, einen offenen Brief. Dieser Brief verbreitet sich wie ein Lauffeuer über die sozialen Medien.

Doch Rebekah wollte mehr. Sie trainierte für den Boston Marathon. Und sie ist die Strecke gelaufen. Rebekah ist im Ziel angekommen. Für mich ist diese starke Frau die eigentliche Siegerin eines sportlichen Wettbewerbes, der viel mehr war als nur Sport.

Rebekah fasst ihren langen Weg in schlichten, aber auch kämpferischen Worten zusammen: „Ich bin kein Opfer, ich bin eine Überlebende“. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.