Lesesucht – Teil 2

Über die Bücher von Mira Magen gehen die Meinungen weit auseinander. Ehrlich gesagt bin ich kein grosser Freund dieser Literatur. Die Handlung, die Schreibweise, überhaupt die Geschichten von Mira Magen, sind mir oftmals viel zu oberflächlich. Die Bücher erinnern mich an zweitklassige Liebesromane auf dem Tisch für Sonderangebote. Das Buch „Schmetterlinge im Regen“, aus dem Jahre 2007, unterscheidet sich von den Büchern, die ich bisher von Mira Magen gelesen habe. Es geht in diesem Roman um grosse menschliche Gefühle wie „Sehnsucht, Wut, Bewunderung, Trauer und Angst“, aber auch um die Lebensgeschichte zweier Menschen: Sohn und Tochter. Und diese Geschichte ist keine einfache. Sie ist auch geprägt von Verletzungen und dem Gefühl, alleine gelassen worden zu sein. Ich denke über das eigene Gefühl, meiner Mutter gegenüber, nach. Auch da finden sich unterschiedliche Gefühle, von Liebe bis Hass. Und ich bin ein wirkliches Kind meiner Mutter. Mein Vater spielte immer nur eine untergeordnete Rolle. Oft habe ich bedauert, das es einen Vater gegeben haben muss, sozusagen als Erzeuger, als dümmlichen Weiter-Erzeuger einer Familiengeschichte, die mich schaudern lässt. Vielleicht geht es euch ähnlich wenn ihr „Schmetterlinge im Regen“ lest ? Ich bin mir ziemlich sicher, das bei Euch ein Nachdenken einsetzen wird. Nachdenken über die Mutter, Nachdenken über die Familiengeschichte, Nachdenken über zurückliegende Verletzungen und deren Verarbeitung.

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