Schabbes-Bus in Jerusalem

Nein, es ist kein Scherz. Es ist eher eine Revolution. In Jerusalem gibt es einen Bus, der an Schabbat unterwegs ist. Der Bus wird von der Innenstadt nach Pisgat Ze’ev fahren. Die Betreiber dieses Services sind Nichtjuden, die folglich nicht mit den Schabbes-Gesetzen in Konflikt kommen (können). Die Betreibergesellschaft ist in Form einer Genossenschaft organisiert. Bisher haben 500 Menschen ihren Beitritt zur Genossenschaft vollzogen. Dieser Beitritt ist per Online-Formular möglich. Der Jahresbeitrag kostet 50 NIS. So sind 111.000 NIS zusammengekommen, die als Startkapital dienen. Eine Fahrt mit dem Schabbes-Bus ist vorerst kostenlos. Ab Juni wird ein Entgelt von 12 NIS erhoben. Weitere Anfragen gibt es aus Tel Aviv, Rischon LeZion und Kfar Saba.

Ich mag das Geschehen nicht bewerten. Auf der einen Seite verstehe ich die Betreiber der Genossenschaft. Es gibt nun mal Jerusalemer, die sich kein Taxi leisten können, aber trotzdem an Schabbes mobil sein wollen. Und es gibt die religiöse Seite der Medaille, das Gebot der Schabbesruhe. Ich hoffe einfach, das nicht zu viel Emotionen hochkommen, die womöglich in Gewalt münden können. Toleranz wäre eine gute Alternative.