Eine neue Regierung in Israel

Israel hat eine neue Regierung. Oder so ähnlich. 61 von 120 Mandaten stehen Benjamin Nethanjahu zur Verfügung. Das ist eine ziemlich knappe Mehrheit. Noch dazu macht eine solche „Mehrheit“  für Zugeständnisse an den Koalitionspartner ziemlich empfänglich. Zwei Abtrünnige und die Regierung steht ohne Mehrheit da.

Was ich bei der neuen Regierung bedauerlich finde ist, das die Kräfte der Zukunft nicht vertreten sind. Der Regierung fehlen Menschen, die zur Armee gehen, hart arbeiten, Steuern zahlen. Diese Menschen sind das Salz der Erde. Nethanjahu’s Partner in der Koalition“Habajit Hajehudi“ (Jüdisches Heim) vertreten diese Menschen sicherlich nicht.

Ihr wisst sicherlich, das ich kein Gegner der Siedlungsbewegung bin. Aber ich weiss nicht ob alleine mit Siedler-freundlichen Parteien die Zukunft gemeistert werden kann. Die Arbeiterpartei von Jitzchak Herzog scheint mir ein besserer Koaltionspartner für diese Aufgabe zu sein.

Letztlich ist die Frage wie lange, und zu welchem Preis, die neue Regierung bestehen bleibt. Eine Koalition der nationalen Einheit (Likud + Arbeiterpartei) wäre eine interessante Alternative.

Israel steht nicht nur aussenpolitisch vor grossen Herausforderungen (Stichwort Iran). Auch innenpolitisch ist viel zu tun. Stichworte sind hier hohe Mieten, hohe Lebenshaltungskosten, soziale Sicherungssysteme.

In dieser Regierung ist zu viel Ofrat und zu wenig Tel Aviv vertreten. Es fehlt der Aufbruch. Die Richtung heisst „weiter so“ Das ist keine gute Parole für eine Welt, die sich im Umbruch befindet.

Diesen Kommentar von Gil Yaron möchte ich Euch ans Herz legen.