Fremde Feder: „Die heroische Nation“

Wir Deutschen, heißt es immer, seien so gründlich pazifiziert, dass wir nicht einmal ein Gewehr in die Hand nehmen können, ohne Gewissensbisse zu bekommen. Wenn die anderen in den Kampf ziehen, um dem Gegner einen überzubraten, buddeln wir am liebsten Brunnen. Von der Tapferkeit, von der wir mal zu viel hatten, haben wir jetzt angeblich zu wenig. In meiner Morgenzeitung stand ein langer Artikel über Deutschland als postheroische Nation. Weil wir eine tiefe Aversion gegen den politisch eingeforderten Opfermut ausgebildet hätten, erfülle uns die demonstrative Todesbereitschaft muslimischer Attentäter mit solchem Schrecken.

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