Noch ein Jahr älter

Der Grenzgänger feierte Geburtstag. Am 16. Mai. Noch ein Jahr älter. 46 Jahre und kein bisschen (l)eise.

Die Bilanz ? Nun, noch ist es zu früh. Das wäre zu voreilig. Auch, weil der Grenzgänger sein Leben schon längst in G“ttes Hand gelegt hat. Seine Wege sind weise und unergründlich. Und, mit G“ttes Hilfe, wird mein Weg nach Yeruschalayim führen. In diesem Leben oder in einem besseren Leben.

Welches Leben ist nicht (mehr) wichtig. Ich weiss, das nach diesem Leben die Geula wartet. Die Erlösung. Im Pirke Avot (Sprüche der Väter) lernen wir, das diese Welt nur ein Vorzimmer zur Olam Haba (der nächsten, besseren Welt) sein wird. Welche Pläne Haschem sich in der Zwischenzeit ausdenkt, weiss ich nicht. Es ist auch nicht meine Sache. Ich vertraue. Ein grosses Geschenk.

So blicke ich mit Dankbarkeit und grosser Ruhe auf mein Leben.

Vielleicht will G“tt mir noch eine Mütze Zeit geben. Ich weiss nicht für welche Aufgaben. Aber das ist, wie gesagt, nicht wichtig.

Ich denke auch an Menschen, die ich gerne habe. Leider auch an Menschen, die ich verletzt habe. Auch an Verletzungen, die ich nicht (mehr) gut machen kann.

Auch denke ich an Wunden, die mir selbst zugefügt worden sind. Das menschliche Verzeihen ist manchmal eine schwere Aufgabe. Aber, wenigstens das, ich empfinde keine Schwere mehr, wenn ich an meine zurückliegenden Jahre denke.

Das Schauspiel des Lebens geht also weiter.

Wann fällt der letzte Vorhang ?