Begründetes Lob oder schöne Worte ?

Es kommt selten vor, das Umweltverbände eine amtierende Bundesregierung loben. Angela Merkel, und mit ihr die G7 Gruppe, hat dieses Privileg nun erhalten. Der G7 Gipfel hat sich verpflichtet, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber in der realpolitischen Szene wohl schon eine kleine Sensation. Allerdings handelt es sich bei dieser Absichtserklärung genau um das. Eine Absichtserklärung. Ich stimme, was selten vorkommt, der Grünen Chefin Claudia Roth zu, wenn sie äussert das „schöne Worte nicht reichen„. Es sind die Taten, welche zählen.

Wenn ich dieses Zitat hier lese:

Die G7-Staaten sind sich einig, die Nutzung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl oder Gas „im Laufe des Jahrhunderts“ zu beenden.

kommen mir starke Zweifel an der Entschlossenheit der G7 die Erderwärmung aufzuhalten. Die grössten Klimasünder, nämlich die Kohlekraftwerke, sollen ihren Dreck bis zu einem beliebigen Zeitpunkt „im Laufe des Jahrhunderts“ in die Atmosphäre pusten dürfen ? Das ist keine Realpolitik. Das ist ein weiteres Armutszeugnis der Umweltpoltik dieser Bundesregierung und der westlichen Industriestaaten.

Die Rechnung für diese realpolitische Unfähigkeit zum Handeln werden unsere Kinder und Kindeskinder bezahlen. Aber dann sind die Regierungschefs schon vergessen oder müssen sich wenigstens nicht wiederwählen lassen. Alleine darum geht es. Nicht um Visionen und auch nicht um Taten. Nur um den eigenen Vorteil, auch wenn dieser noch so kurzfristig ist.

Und da beklagen wir uns über Politikerverdrossenheit ?

92prozent