Unbequeme Wahrheiten ausgesprochen

Es ist unbegreiflich. Philipp Missfelder, erst 35 Jahre alt, stirbt an den Folgen einer Lungenembolie. Missfelder gehörte, trotz seiner Jugend, dem konserativen Flügel der CDU an. Dieser Mut zur Unbequemlichkeit, und was könnte unbequemer sein als konserativ zu sein, sprach für Missfelder.

Missfelder war ein profilierter Aussenpolitiker, ein Freund Israels, unbequem in seiner positiven Politik gegenüber Russland.

Vielen Menschen bleibt Missfelder im Gedächtnis, weil er die Frage der Finanzierbarkeit des heutigen Renten- und Gesundheitssystems, noch in seiner Zeit als Vorsitzender der Jungen Union, stellte. Heute wissen wir, das diese Frage schon damals mehr als nötig war. Das dümmliche „Die Rente ist sicher“ eines Nobert Blüm war schon damals Nonsens.

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Wären die, von Missfelder aufgeworfenen Fragen, ernsthaft und konsequent weiter diskutiert worden, stände das Rentensystem heute besser da. Die Diskussionen sind nicht geführt worden. Ergebnis ist ein Generationenvertrag, der bestenfalls noch in Sonntagsreden gefeiert wird. In Wahrheit ist dieser Vertrag schon längst tot.

Mit Philipp Missfelder ist nicht nur ein Vollblutpolitiker gestorben. Mit Missfelder starb auch ein strategischer Kopf, der, mit kühlem Verstand, unbequeme Wahrheiten verkündete. Gerade für die jüngere Politikergeneration ist so etwas nicht mehr selbstverständlich. Viel zu gross ist die Angst vor der Ungnade der Basis und die Unfähigkeit, Netzwerke zu bauen.

Philipp Missfelder hinterlässt eine Ehefrau und zwei kleine Kinder.

Möge der Allmächtige ihnen Trost und Frieden geben.

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