Pflege ohne Anerkennung

Menschen zu Pflegen gehört sicherlich zu den schwierigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft. Und doch erkennt man eine humane Gesellschaft daran wie sie mit Kindern, Alten, und Kranken. Das bedeutet auch, den Pflegenden Anerkennung entgegenzubringen. Durch meine ehrenamtliche Arbeit im Krankenhaus weiss ich, das Anerkennung nicht unbedingt die Währung ist, mit der Pflegende bezahlt werden. Arbeitsplätze werden abgebaut, Dienstpläne immer enger. Pflege wird zur Fliessbandarbeit. Viele Auszubildende kündigen noch während der Ausbildung oder kurz danach. Die jungen Menschen, alle mit guten Willen, haben sich unter Pflege etwas anderes vorgestellt. Zum Beispiel Menschlichkeit. Um Menschen geht es bei der Pflege aber schon lange nicht mehr. Wahrscheinlich resigniert da auch ein Mensch mit den besten Motiven. Inzwischen werden übrigens Prämien bezahlt, wenn Auszubildende, nach Beendigung der Ausbildung, bei der Stange bleiben. Viele Ärzte, auch das sollte leider gesagt werden, schauen auf die Pflegenden hinunter, als wären es Arbeitstiere. Von Teamarbeit kann keine Rede sein. Wer das schafft, hat meine höchste Anerkennung. Solange unsere Gesellschaft Pflege, Sterben, Tod, überhaupt das Thema Krankheit weiter ignoriert wird sich leider nichts ändern in der Pflege. Die Gesellschaft wird erst dann aufschreiben, wenn der Kollaps im Pflegebereich gekommen ist. Bis dahin werden Pflegende verzweifelt sein und keine Empathie mehr für die Menschen aufbringen können, die von ihrer Hilfe abhängig sind.