Melting Pot, trotz (wegen) allem

Wenn ich mir das Gezerre um die Aufnahme von Flüchtlingen ansehe, frage ich mich wie es das Ruhrgebiet, nach dem 2. Weltkrieg, geschafft hat, Millionen von Menschen zu integrieren.

Ich frage mich, wie das Ruhrgebiet es geschafft hat, Millionen Menschen „aus dem Osten“ oder aus südeuropäischen Ländern (Türkei, Griechenland) zu integrieren, nachdem klar geworden ist, dass diese Menschen Deutschland, nach Jahrzehnten schwerer Arbeit, nicht mehr verlassen werden.

Diese Menschen haben sich eine Existenz aufgebaut.

Dabei haben sie ihre Kultur behalten.

Ohne diese Menschen, ohne diese Kultur, ist der „Melting Pot Ruhrgebiet“ überhaupt nicht vorstellbar.

Sicherlich, der Pott ist anders geworden.

Ein Spaziergang durch Duisburg-Marxloh macht diesen Wandel sichtbar.

Ja, es gibt Antisemiten und Extremisten unter den eingewanderten Menschen (besonders) arabischer Herkunft. Diese schrecklichen Erscheinungen gibt es allerdings auch unter „deutschen“. Randgruppen. Diese Extremisten sind mit aller Macht zu bekämpfen. Aber machen wir uns nichts vor: Diese Randgruppen wird es leider (!) immer geben.

Die Tendenzen, ob antisemitisch oder pauschal gegen alles, was „anders ist“, diese Tendenzen, die, viel zu oft, in Gewalt münden, sind, ich schreibe es noch einmal, absolut nicht zu akzeptieren. Diese Tendenzen müssen öffentlich und kontrovers und ohne Tabus diskutiert werden. Wo nötig, muss der Rechtsstaat eingreifen.

Aber trotz diesen ekelhaften Randerscheinungen (eingewanderter Antisemitismus) dürfen Migranten, die teilweise in mehreren Generationen im Ruhrgebiet leben, die im Ruhrgebiet arbeiten und Steuern bezahlen, nicht pauschal verurteilt werden. Das wäre genauso schäbig, wie der eingewanderte Antisemitismus selbst.

Melting Pot.

Das bleibt.