Ein Kalender gegen den Konsumwahn

Die Adventszeit, ganz zu schweigen von der Weihnachtszeit, ist, viel zu oft, eine Zeit des wahnhaften Konsumierens. Das geht schon Monate vorher los. Die Paketdienste können sich vor Paketen kaum noch retten, die Paketboten machen Überstunden ohne Ende.

Ich selbst bin schon seit Jahren von dieser Krankheit geheilt. Bei uns gibt es keine grossen Weihnachtsgeschenke mehr. Schon seit langer Zeit. Wir können von uns sagen dem Konsumwahn in der „besonders heiligen Zeit“ zu trotzen.

Trotzdem habe ich, in diesem Jahr, zum ersten Mal den Kalender von „Andere Zeiten“ bestellt, gemeinsam mit den Fastenbriefen. (Ja, das ist auch Konsum.) Viele gute Freundinnen und Freunde haben mir gerade diesen Kalender ans Herz gelegt und so bin ich schon sehr gespannt darauf.

(Vermutlich handelt es sich nicht um einen interreligiösen Kalender. Aber das schmälert meine Neugierde nicht.)

Ich denke, das jeder Denkanstoss gegen den Konsumwahn richtig und wichtig ist. Gerade in Zeiten, die angeblich ein heiliges Fest ankündigen, aber doch durch christlichen Antijudaismus, weitgehend entwertet sind. Antijudaismus und krankhaftes Kaufverhalten sind kaum zu ertragen.

Gegen den christlichen Antijudaismus ist, in absehbarer Zeit, kein Kraut gewachsen. Gegen den Konsumwahn allerdings schon. Wir alle, Verbraucherinnen und Verbraucher, haben die Chance nicht an dieser Krankheit zu leiden. Wenn der „Andere Advent“ ein bisschen Medizin spendet, ist schon viel erreicht.