Fundgruben

Ich weiss nicht, wie das bei Euch ist. Aber ich liebe kleine Geschäfte. Solche „Krimsläden“ sind für mich wie kleine Buchläden. Man kennt den Besitzer. Alles ist radikal unanonym. Man kann im Sortiment so lange schauen wie man schaut. Manches duftet. Anderes sieht einfach nur schön aus.

Krimsläden (Tante-Emma-Läden) haben, im Gegensatz zu gesichtslosen Supermärkten, auch unverpackte Waren. Ein besonders gutes Beispiel gibt es in Heidelberg. Annas Unverpacktes Der Name ist das Motto. Bei Anna kann man die eigenen Behältnisse mitbringen. Das Gewicht, zum Beispiel vom Einmachglas, oder vom der Frischhaltedose wird an der Kasse gewogen und vom Preis abgezogen.

Sicherlich, manches mag teurer sein als im Supermarkt. Dafür kauft man in kleinen Läden bewusster ein. Man kauft, was man braucht. Man ist nicht „gezwungen“ die Grosspackungen im Supermarkt zu konsumieren. Der Skandal unserer Lebensmittel besteht (auch) darin, dass ein zu grosser Teil weggeworfen wird. Lebensmittel sind aber Lebens-mittel.  Und Lebens-mittel gehören nicht in den Papierkorb.

Unter dem Gesichtspunkt des bewussten Einkaufens, ist ein kleiner Laden wie „Annas Unverpackt“ auch eine Lernerfahrung. Wie schaffe ich es Verpackungsmüll zu vermeiden ? Welche Menge Lebens-mittel brauche ich wirklich ? Dieses Lernen ist spannend und dient der Umwelt. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Lernen letztlich auch zufriedener macht. Und Zufriedenheit ist ein grosses Gut in einer unzufriedenen Gesellschaft.