Stirbt das Büdchen ?

Im Ruhrgebiet ist es eine Institution: das Büdchen. Da gibt es Zeitungen, Süssigkeiten, oft auch ein Plausch mit dem Nachbarn. Man kennt sich am Büdchen. Wer ein Stück originales Ruhrgebiet kennenlernen will, muss abseits der beliebten Touristenrouten in die Stadtteile fahren. Vor allem im Essener Norden wird der Mensch fündig werden. Quer durch den Pott. Natürlich sind auch die Nachbarstädte sehenswert.

Mit dem Aufstieg des Online Kiosk „Blendle“ wird es wohl auch im Ruhrpott, aber nicht nur dort, einige alte Kultstätten erwischen. Meine Kultstätte steht, zum Beispiel, in Essen Steele. Da trifft man alte Freunde. Mit `nem Kaffee in der Hand oder `ner Pulle Bier gibt es viel zu erzählen. Auch nach so vielen Jahren. Diese „Funktion“ kann kein digitaler Kiosk erfüllen. Das Internet ist eben nicht sozial. Auch „soziale“ Netzwerke können keine sozialen Kontakte, „von Auge zu Auge“ ersetzen.

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Der Zahn der Zeit ist nicht aufzuhalten. Auch im Bereich der gedruckten Zeitungen nicht. Aber Zeitungen sind eben nur ein Angebot der berühmten Büdchen. Das wiederum gibt Hoffnung. Ich werde jedenfalls „meinem“ Büdchen treu bleiben. Bis „wir“ alle ausgestorben sind. Vermutlich wird es „unser“ Büdchen dann nicht mehr geben. Nu, dann machen wir einen himmlischen Kiosk auf. Mal sehen, welche Zeitungen der liebe G“tt so liest. Es ist eine nette Vorstellung, den Allmächtigen mit `ner Pulle Bier am Büdchen stehen zu sehen.