Bündnisfall

Nun ist der Krieg als in Europa angekommen. Genau genommen der Bündnisfall. Erstmals in der Geschichte der Europäischen Union wird dieser Fall ausgerufen. Frankreich bittet die anderen EU Länder und Beistand im Kampf gegen den islamistischen Terror.

Diese Bitte ist zu verstehen. Europa muss dieser Bitte nachkommen. Und doch bleibt da ein bitterer Beigeschmack. Europa wird gefestigt, rückt zusammen. Auf er anderen Seite ist die brutale Wirklichkeit des Krieges in Europa angekommen. Ein Beigeschmack des Scheiterns bleibt.

Ist nicht genau das die Absicht der ISIS Mörder gewesen ? Den Terror, den Krieg, nach Europa zu bringen ? Was passiert, wenn der ISIS in einem anderen europäischen Land zuschlägt ?

Seit den Anschlägen von Paris leben wir in einem anderen Europa. Was vorher unter der Oberfläche, sozusagen nicht direkt sichtbar, war, ist jetzt an die Oberfläche getreten.

An die Oberfläche werden auch Stereotype gegenüber Ausländern, besonders gegenüber Asylbewerbern. Da ist auch Mama Merkel machtlos. Vor allem weil die Forderungen und Parolen gegen Asylbewerber aus den eigenen Reihen kommt. In diesem Klima ist es kein Wunder, das die AfD auf dem dritten Platz der Wählergunst liegt. Nein, ich habe keine Angst um die deutsche Demokratie. Was jetzt an die Oberfläche wandert, war vorher nicht sichtbar. Wenigstens das ist eine gute Entwicklung.

Aber eine Unsicherheit bleibt. Durch die pausenlose Berichterstattung wird, teilweise unabsichtlich, ein Klima der Angst, aber auch der Agression, geschürt. Auch Dauerberieselung erzeugt Gefühle. Die pausenlosen Castings unserer spitzen Politiker macht die Sache nur schlimmer.

Nun ist der Krieg also in Europa. Es werden unruhige Zeiten werden. Entweder wird Europa, in der Bedrohung, zusammenwachsen, oder es wird, unter der Bedrohung, zerbrechen.

Ein Zusammenbruch ist keine Option. Dann wäre Europa am gleichen Punkt angekommen, wie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Und die Mörder der ISIS hätten einen Erfolg erzielt, der die Entwicklung des Terrors beschleunigen würde. Beschleunigen bis zur Überdrehung.

Ich denke in diesen Tagen oft an ein Buch. „Kampf der Kulturen“ heisst dieses Buch. Es stammt von Samuel Huntington. Ich habe, nach der Lektüre, gedacht das es sich wohl eher um einen Krieg der Kulturen handelt. Ich machte den „Fehler“ das laut zu sagen. Unter anderem in  der SPD. Das Ergebnis war niederschmetternd. Ich wurde wie ein Aussätziger behandelt, man versuchte mich mundtot zu machen. Heute sagen mir einige Menschen, die mich früher bekämpft haben, das ich schon damals recht hatte.

Nein, es geht mir nicht darum, Recht gehabt zu haben. Aus diesem Stadium bin ich längst heraus gewachsen. In meinem Status ist es nicht mehr wichtig Recht zu behalten. Der aktiven Politik bin ich schon entwachsen.

Es geht darum, das mit mehr Einsicht in die bitteren Notwendigkeiten politischen Handelns, vieles hätte verhindert werden können. Das ist eine bittere Erkenntnis.

Nun also hat uns fehlende Einsicht in den aktiven Krieg geführt.

Gnade uns Gott.