Die letzte Chance

Mal wieder die Welt retten

Heute ist es wieder soweit. Die Klimakarawane trifft sich in Paris. Das ist ein richtiges und gutes Zeichen. Das Megatreffen in Paris zeigt, dass der IS Terror die Zivilgesellschaft nicht einschüchtern kann.

Was den Klimaschutz angeht ist die 14-tägige Klimakonferenz in Paris wohl die letzte Chance um das Weltklima zu stabilisieren. Die Einigung auf das 2 Grad Ziel scheint die einzige Möglichkeit zu sein um unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

In Paris geht es nicht nur um das Klima, und somit um das Überleben unserer eine Erde. Es gibt keine zweite Erde, keinen Planeten B. Das sollte uns, der Öffentlichkeit, immer bewusst sein.

Wir in den Industriestaaten haben eine besondere Verantwortung für das Überleben unseres Planeten. Viel zu lange haben wir viel zu gut gelebt, zu viele Ressourcen verbraucht, die Umwelt in den „Entwicklungsländern“, die oft, was nicht materielle Werte angeht, viel besser entwickelt sind als wir in der „ersten Welt“.

Deutschland spielt schon lange keine Vorreiterrolle mehr in Sachen Klimaschutz. Aus der Klimakanzlerin ist eine Umfallkanzlerin geworden. Angela Merkel ist vor der Automobilindustrie eingeknickt und auch in Sachen Braunkohle. Beides, Automobile und Braunkohle, gehören zu den grössten Klimasündern unserer Zeit. Leider hat Frau Merkel nicht genügend politische Kraft um ihre selbstgesteckten Umweltziele zu verteidigen.

Falls in Paris ein historisches Abkommen geschlossen wird, kommt eine weitere Hürde auf die internationale Gemeinschaft zu. Es ist die Frage, ob ein Abkommen verbindlich, juristisch wasserdicht sein wird. Nur wenn Klimaziele juristisch abgesichert sind, wenn diese Ziele auch mithilfe von Sanktionen durchgesetzt werden können, hat ein Klimaabkommen einen Wert.

Ich halte wenig von der UN, das gebe ich gerne zu. Trotzdem ist der Aufruf des UN Generalsekretärs Ban Ki Moon beeindruckend. Ich denke, gerade die Person des UN Generalsekretärs hat in der Frage des Klimaschutzes ein unglaubliches Gewicht. Schön, dass dieser Mann so klare Worte gefunden hat. Nun müssen den Worten Taten folgen.

40.000 Menschen aus allen Teilen der Welt wollen das Klima retten. Das wiederum ist ein Nachteil dieser Megaevents. Ich möchte gar nicht daran denken, welchen ökologischen Rucksack dieser Klimagipfel mit sich herumschleppt. Der Flugverkehr ist schliesslich ein Klimasünder der ersten Reihe.

Positiv ist wiederum das die Klimapolitik endlich die mediale Aufmerksamkeit erlebt, die es verdient. Es geht um das Überleben dieses Planeten, um die Welt, in der unsere Kinder leben müssen. Und doch ist diese Aufmerksamkeit ein Hype. In unserer schnellen Welt wird das Interesse an diesem Thema nachlassen sobald die Regierungschefs wieder in ihre Hauptstädte verschwunden sind.

Reden alleine reicht nicht. Es muss gehandelt werden. Regierungen müssen Richtlinien erlassen. Die Zivilgesellschaft muss Druck ausüben, indem sie das Thema Klimaschutz nicht aus den Augen verliert.

Es kommt auf unser konkretes Handeln an. Wir müssen das unsere Umsetzen, um den Klimawandel zu stoppen. Der Worte sind genug gewechselt. Nun zählt die Tat. Und zwar gerade in der Weihnachtszeit. Konsum mit Weitsicht ist ein Weg das Klima zu schützen. Statt grosse Tüten mit Geschenken durch die Gegend zu tragen können auch kleine Geschenke die Freundschaft erhalten. Weihnachten hat nichts mit Konsum zu tun. Sondern mit Menschlichkeit und Weitsicht. Gerade in der Zeit grosser Flüchtlingsströme gilt es Platz und gelebte Willkommenskultur zu leben. Und es werden mehr Flüchtlinge kommen. Klimaflüchtlinge, für deren Flucht gerade die Industriestaaten, durch ihren Energiehunger, durch ihre Sucht nach billigen Produkten, auf dem Rücken der Armen, verantwortlich sind.

So schliesst sich der Kreis von Klimakatastrophe und Fluchtbewegung. So schliesst sich der Kreis von Wachstum in den Industrieländern zur Armut in den Entwicklungsländern.

Und dann sind da noch die Schwellenländer. Besonders China und Indien werden sich von Industriestaaten, die Raubbau an der Natur betrieben haben, nicht vom Irrweg des Wachstums abbringen lassen. Niedere Beweggründen können manchmal verständliche Ursachen haben. Der Wahn nach Konsumartikeln wird allerdings auch die Schwellenländer in den Abgrund stürzen. Niemand wird diese Entwicklung aufhalten können.

Es wird nicht einfach werden die Welt zu retten. Der Ausgang der Megakonferenz in Paris ist offen. Und das ist noch verdammt vorsichtig formuliert.

Das 2 Grad Ziel ist noch immer nicht gesichert. Unser einziges Zuhause, die Zukunft zu der unsere Kinder verurteilt sind, ist in Gefahr.

Es werden keine Wunder geschehen in Paris.

Gerade jetzt braucht es den grossen Klimawurf.

Wenn diese Chance vertan wird, ist es zu spät. Und alle wissen das. Niemand wird sich damit rechtfertigen können, nichts gewusst zu haben.

Manchmal ist die Wahrheit bitter.