Virtuelles China

Kritiklose Menschen sind, ganz bestimmt, langweilige Menschen. Denn wer keine Kritik übt, hat nichts zu sagen. In Deutschland kann man, halbwegs ohne aktive Verfolgung, sagen, was einem auf den Pelz brennt. Im  Zweifel kann es der Klimawandel sein.

In China haben denkende Menschen leider schlechte Karten. Da bezahlt ein junger Namen mit dem schönen Namen Qiao Mu seine eigene Meinung mit Regression, mit Nachteilen im Beruf bezahlt. Noch sitzt  Qiao Mu nicht im Gefängnis.

Fälle wie der von Qiao Mu sind leider keine Einzelfälle. Im internationalen Handel wird solches Vorgehen nicht bestraft. Deutschland liefert nicht nur Waffen an Militärdiktaturen. Es macht auch gute Geschäfte mit Regimen, die das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung mit Füssen treten.

Ich finde das folgende Statement von Qiao Mu muss nicht kommentiert werden. Jeglicher Kommentare ist auch anmassend. (Das ist die ganz subjektive Meinung des Grenzgängers.

„Es gibt zwei Arten von Druck und Angst. Die eine kommt von der Überwachung des Internets in China: Es wird zensiert, Einträge werden gelöscht, Benutzerkonten gezielt verfolgt – oder entfernt. Aber man kann dem entkommen, mit neuen Benutzernamen und neuen Einträgen. Worüber ich mir am meisten Sorgen mache, ist der zunehmende Druck der chinesischen Führung auf die Internetnutzer. Menschen werden einfach verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, die Unwahrheit zu schreiben oder Gerüchte zu verbreiten, Unruhe zu stiften, die innere Stabilität zu gefährden. Dieser politische Druck ist das Schlimmste.