Weihnachten in unruhigen Zeiten

Es ist ein Weihnachtsfest der anderen Art. Ein politisches Weihnachtsfest. Selbst die Weihnachtsgeschichte ist, in diesem Jahr, hochpolitisch.

Papst Franziskus spricht, nicht zum ersten Mal über den Konsumwahn (nicht nur) in der sogenannten ersten Welt. Der Papst fragt nach Werten, die wirklich tragen. Kitsch, als Geschenke getarnt, die bei der Herstellung und Entsorgung die Umwelt belasten, sind sicherlich keine bleibenden Werte.

Haben wir die ganz einfachen, aber authentischen, menschlichen (!) Werte schon vergessen ?

Ein Lächeln, ein Gespräch, etwas Zeit, eine Kerze, ein Gebet. Das ist viel wichtiger als jedes materielle Geschenk. Die Predigt von Papst Franziskus, dem ersten politischen Papst, gibt viel Stoff zum Nachdenken. Weihnachten nachdenklich, und mit Vernunft, zu feiern, ist sicherlich keine schlechte Sache.

Weihnachten ist, in diesem Jahr, ein Fest in der Flüchtlingskrise.

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.“

Wirklich ? Ist das mehr als Weihnachtslied ? Sentimental, realitätsfremd, einfach nur dahingesungen ?

Machen wir die Türe hoch, gar noch mehr: machen wir die die Tore weit für Flüchtlinge, die vor Krieg, Vertreibung, nicht zuletzt vor Waffen aus Deutschland, fliehen ?

Die Realität in diesem, unserem Lande, sieht ganz anders aus.

Da wären wir wieder Papst Franziskus.

Ist es nicht (auch) unsere Angst, von unserem Wohlstand etwas abgeben zu müssen ? Für Menschen, die leiden ? Menschen, die keine bequeme Krippe vorfinden ?  Ein paar Weihnachtsgeschenke weniger für die Leidenden dieser Welt ? Ein paar Dinge mehr, die der Mensch nicht braucht ?

Wenn das die Wahrheit sein sollte, ist Weihnachten mehr als verlogen. Dann sollte man sich dieses widerliche Krippenspiel sparen, weil es keine Hoffnung in die Welt bringt.

Was würden wir, hier und jetzt, tun, wenn Jesus, mit seiner kleinen Familie, vor unserer Tür stände ? Vermutlich würde Jesus, von nicht wenigen Landsleuten, weggeschickt, weggejagt. Dank unserem selbstgemachten Klimawandel ist es doch schön warm draussen. Und überhaupt sollen sich andere um diese unverschämten „Asylanten“ kümmern, die vor unserer Türe stehen. Wie wäre es mit der Polizei ? Oder mit Pegida ?

Wir wollen Ruhe und Frieden unter dem abgeholzten Baum.

Wir wollen Fressen und Saufen und Schlafen.

Gute Nacht !