Vorsicht, Selbstmitleid

Es ist ein Phänomen. Nach aussen bin ich fröhlich, schlagfertig, immer für einen Scherz zu haben.

Sobald die Türe zugeht, trifft mich die Traurigkeit wie ein Schlag.

Traurigkeit, Sinnlosigkeit, Müdigkeit, Lebensüberdruss. Irgendwie will ich dann nicht mehr.

Und da ist niemand zum Reden. Ich nehme, wirklich zum Reden. Nicht zum Drüber-Reden. Nicht zum Talk. zum Reden. Am Besten ein Mensch, der einen gar nicht kennt. Das funktioniert am ehrlichsten.

Das „Nicht-Reden-können“ liegt sicherlich auch an mir. Zu viele Menschen habe ich vor den Kopf gestossen. Zu viel Schein. Aber auch zu viel Ehrlichkeit. Ecken und Kanten.Aber wenig mitgefühl. Wenig Liebe. Zu viel Selbstbezogenheit. Insofern bin ich selbst schuld an meiner Situation.

Das Schlimme an der Selbstbezogenheit: Es funktioniert bestens. Selbstbezogenheit scheint heute Lebensmotto zu sein. Ansonsten ist Mensch ein „Menschlein“. Das gilt leider besonders für Männer. Die müssen stark sein, auch wenn sie daran zugrunde gehen.

Ja, es fällt mir unendlich schwer diplomatisch zu sein. Nach aussen bin ich „hart“. Nach innen eine weinende Maske. Um das zu ändern, müsste ich erst mal „ich selbst“ sein. Das bin ich aber nicht.

„Ich selbst“ bin Theater, Maske, Schauspiel.

Und „eigentlich“ will ich nicht mehr. Diese Sinnlosigkeit, dieser Schwermut, bringt mich um.

Nun gut, „man“ stirbt immer an irgendetwas.

Aber ein bisschen Leben davor wäre ganz schön.

Leben ?

(Nein, materielle Werte ändern nichts. Was bedeuten Zahlen ? Auch Zahlen, auf einem nichtssagenden Konto, sind Ballast.)

(Ich bin so undankbar.)