Minimalismus – Ein Anfang

Den entscheidenden Anstoss dazu, dass ich mich mit Minimalismus beschäftige ist das virtuelle Schneckenhaus.

Bei einem meiner Ausflüge im Netz bin ich auf dieses Thema gestossen. Auf der Seite von Utopia, die ich sehr schätze.

Im Netz gibt es viel Sinn und Unsinn zum Thema. Irgendwann bin ich bei MamaDenkt gelandet. Dieser Weblog beschäftigt sich, unter anderem, mit dem Thema Minimalismus.

Wenn ich in den Kleiderschrank schaue, auf den Schreibtisch, ins Bücheregal, auf meine Konsumgewohnheiten, gibt es da noch eine Menge zu minimalisieren.

Unser lebensfeindlicher, rohstoffintensiver, Lebensstil ist nicht nur ein Verbrechen an er Zukunft unserer Kinder. Besitz, an was auch immer, macht Menschen nicht glücklich. Auch Geld macht Menschen nicht glücklich. Letztlich ist das alles Ballast, den wir mit uns herumschleppen.

Noch ist es nur eine Minderheit, die weiss und propagiert, das es auch anders geht. Es sind überdurchschnittlich viele Eltern dabei, die sensibilisiert für unseren Besitzwahn und deren Folgen, für ihre Kinder, sind.

Es geht nicht darum, Dinge in den Müll zu werfen. Das ist ein kopfloses minimieren. Es gibt unzählige Möglichkeiten, beim Entrümpeln etwas Gutes zu tun. Bei mir kam ein Auto der Diakonie angefahren. Vorher hatte ich eine E-Mail geschrieben. Und die Antwort war einen Tag später in meiner Mailbox.

Nun kommen Klamotten den Menschen zugute, für die Kleidung einer (zu) grosse Investition ist. Es gibt viele andere Angebote, nicht nur von konfessionellen Anbietern.

Auch überflüssige Bücher, die aber noch in gutem Zustand waren, nahm die Caritas mit. Die landen jetzt auf Flohmärkten oder ebenfalls in Second Hand Läden. Diese besondere Art von Geschäften beschäftigen übrigens auch Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, keine bruchfreie schulische Biografie haben. Viel zu oft werden solche Menschen zu Verlierern in unserer Gesellschaft. Ganz oft auch deswegen, weil sie sich ihrer Biografie schämen.

Wenn ich übrigens sehe und höre, welche dummdreisten Bemerkungen die engagierte Arbeit in solchen Läden erntet, macht mich das sehr traurig. Ist es keine christliche Grundtugend, sich für schwächere Menschen einsetzen ? So verstehe ich meinen gelebten Glauben jedenfalls. Wenn Glauben nicht gelebt wird, ist dieser ein Feigenblatt.

Minimalisten sind keine besseren Menschen. Vielleicht sind es weiterdenkende Menschen, bewusstere Menschen.

Minimalismus ist schon ein Lebensentwurf. Aber es ist ein Lebensentwurf, der wirklich erlebbar ist.